Norbert Frensch

Duisburg



AM RAND DER SICHTBARKEIT

In Duisburg und Hagen eröffnete am Wochenende eine Ausstellung in grau und schwarz. Es sind die Farben des Frankfurter Malers Norbert Frensch
// MICHAEL KOHLER, ESSEN

Mehr als ein Jahrzehnt lang glich Norbert Frenschs Atelier einer Dunkelkammer – er wollte der Malerei bis an den Rand der Sichtbarkeit folgen. Frensch (Jahrgang 1960) malte mit Ölfarbe und spiegelnder Harzlasur ein einziges Motiv: eine schlich­te, in tiefe Nacht getauchte, silbrig schimmernde Schale, in deren Oberfläche sich letzte Reste des Lichts zu verfangen scheinen.

Man betritt eine Ausstellung seiner schwarzen Bilder deshalb wie jemand, der aus dem hellen Tag in eine Höhle hinabsteigt. Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen, bevor sich der erstaunliche Reichtum dieser Unterwelt erschließt. Oft werden Frenschs Arbeiten mit den virtuosen Lichtspielen auf den Gemälden der Alten Meister verglichen; eine starke Be­zie­hung besteht aber vor allem zu den metaphysischen Stillleben des Modernisten Giorgio Morandi und Ad Reinhardts "Black Paintings"-Serie.

Das Museum DKM in Duisburg und das Osthaus-Museum Hagen widmen Norbert Frensch jetzt eine zweiteilige Werkschau. Neben den zwischen 1992 und 2004 entstan­denen schwarzen Bildern umfasst sie vor allem die 2004 begonnene graue Serie. In ihr beschränkt sich Frensch ebenfalls auf wenige Motive: Auf den Gemälden einer Werkrei­he sind abwechselnd helle und dunkle Farb­streifen zu sehen, die Licht und Schatten in meditative Bahnen lenken.

In seinen flächigen Landschaftsbildern spürt Frensch hingegen den Schattierungen der Unfarbe Grau nach. Um die Frage, wie Licht und Form, Sehen und Wissen einander modellieren, geht es hier wie dort. Im privaten Museum DKM, das Frensch einen ständigen Künstlerraum eingerichtet hat, sind rund 20 schwarze und graue Bilder zu sehen. Das Osthaus-Museum zeigt etwa 50 Werke, darunter ein fast 16 Meter messendes, für das Haus konzipiertes Breit­wand­gemälde, zahlreiche Papierarbeiten, die "Lasuren", und einige selten gezeigte, vor 1992 entstandene abstrakte Bilder.

Norbert Frensch – Malerei

Termin: bis 26.11. im Museum DKM / bis 30.9. im Osthaus Museum

http://www.osthausmuseum.de

Kommentieren Sie diesen Artikel

0 Leserkommentare vorhanden

Abo