Akt Now!

Aktfotografie

Akt Now: Lúa Ocaña
Lúa Ocaña: "Don't break", Barcelona, 2010

AKT NOW: LÚA OCAÑA

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Lúa Ocaña

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Das Thema Akt kann von ganz unterschiedlichen Perspektiven aus betrachtet werden. Das finde ich faszinierend. Auch in meinen eigenen Projekten arbeite ich auf ganz verschiedenen Ebenen. Es gibt Serien, in denen die Figuren nackt sind, aber der Fokus des Bildes nicht auf der Nacktheit liegt. In anderen Bildern dagegen wird gerade die Nacktheit zum Hauptmotiv.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich fühle mich mit dem Thema Akt schon sehr lange verbunden. Ich denke, meine Arbeit wird sich über die Zeit in Richtungen entwickeln, die ich noch nicht vorhersehen kann. Ich bin daran interessiert zu sehen, wie sich das Konzept des nackten Körpers über die Zeit in meiner Arbeit variieren und weiterentwickeln wird.

Tabus? Gibt es immer. Nicht nur mit der Nacktheit, mit allem. Vielleicht würde ich es nicht immer Tabus nennen, Einschränkungen trifft es besser. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich von der Gesellschaft, die mich umgibt, während ich fotografiere, nicht beeinflusst werde. Ich kann also sagen, es gibt Einschränkungen, wenn ich Nackte porträtiere. Diese Einschränkungen beschneiden mich aber nicht. Ich versuche, sie in meine Bilder zu integrieren.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Es gibt keine spezifischen Charakteristika für ein Kunstwerk. Ich würde auf keinen Fall eine künstlerische Fotografie mit technischer Qualität, Licht, Ausschnitt oder der perfekten Nutzung einer Kamera assoziieren. Alles ist sehr subjektiv. Für mich ist ein Akt ein Kunstwerk, wenn es dem Bild gelingt, mich zu berühren.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ich mag die Arbeiten von einigen bedeutenden Fotografen, darunter Bill Brandt und seine Perspektive auf Akte oder auch Francesca Woodmann und ihre Selbstporträts. Ich bewundere aber auch viele unbekannte Fotografen, die man zum Beispiel wahllos im Internet finden kann, die man in einem Workshop kennenlernt oder in einem kleinen Buch in der Bibliothek entdeckt: Fotografen die nicht so bekannt sind, aber einfach schöne Arbeiten machen. Mich inspirieren ganz verschiedene Sachen, besonders aber das normale Leben. Es gibt immer wieder Szenen, Menschen und Landschaften, Momente des Lebens, die in meinen Augen zum Fotografieren geradezu einladen.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

In meinen Fotografien fange ich das ein, was sich als Teil von mir anfühlt und meine unmittelbare Umgebung berührt. Die meisten meiner Projekte sind eine Kombination aus anonymen Elementen innerhalb einer grundlegend intimen Situation. Mein Ziel ist es, dass sich der Betrachter nicht wie ein Fremder fühlt, wenn er meine Fotografien sieht, obwohl es ja alles Selbstporträts sind. Ich hoffe, dieses Element macht meine Arbeiten besonders. Der Akt wurde erst spät zum Inhalt meiner fotografischen Arbeit. Ich fühlte mich immer angezogen von dem Thema, aber ich konnte bis vor einigen Jahren nicht damit arbeiten. Jetzt fühle ich mich sehr wohl damit.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Im Moment bin ich total vertieft in ein Gemeinschaftsprojekt über das Selbstporträt mit intimem Porträts von meinem Partner und mir in verschieden Räumen. Für diese Arbeit haben wir eine Website entwickelt: Memory of paper. Es ist ein fortlaufendes Projekt, das sich ständig verändert. Der Titel verweist auf das Konzept von Faltungen und Erinnerungen, welche auf einem Papier hinterlassen werden.

Lúa Ocaña

Alter: 30

Hochschule/Ausbildung:
Lúa Ocaña studierte Chemie an der Universität von Barcelona und absolvierte Fotografiekurse an verschiedenen Instituten

Preise/Stipendien:
Lúa Ocaña war unter anderem Finalistin beim XI. Award of Photography of El Cultural in Madrid und hat den Fotografie-Wettbewerb "Hotel Ink606" in Barcelona gewonnen.

http://www.luaocana.com

luaocana@gmail.com

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