Michael Rakowitz

Documenta Parcours #6



DOCUMENTA PARCOURS – STATION #6

Heutige Station unseres documenta-Parcours ist der von Michael Rakowitz gestaltete Raum. An dieser Stelle präsentiert art Ihnen Werke und Künstler der documenta 13

Für die einen waren die 2001 im afghanischen Bamiyan aus den Felsen gesprengten Buddha-Statuen aus dem 6. Jahrhundert schützenswertes Kulturerbe von unschätzbarem Wert. Für die anderen waren sie Abfall, der beseitigt wurde: "Wir zerbrechen nur Steine", wird Mullah Mohammad Omar in der Installation "What Dust Will Rise?" (2012) von Michael Rakowitz im Fridericianum zitiert. Aus Gestein, das in einem Steinbruch in Bamiyan gebrochen wurde, hat der in New York lebende Künstler für die documenta Bücher nachmeißeln lassen, die im Zweiten Weltkrieg in der Bibliothek des Fridericianums verbrannt waren. Ihnen werden in Vitrinen Fundstücke aus Bamiyan (Artilleriegranaten, Teile von zurückgelassenen Militärfahrzeugen, Patronenhülsen oder auch die Nachbildung einer Reliquie, die in der rechten Hand des zerstörten östlichen Buddhas gefunden wurde) und anderer versehrter Orte an an die Seite gestellt, darunter etwa ein Stück Granitfußboden aus dem am 11. September 2001 zerstörten New Yorker World Trade Center. In Kabul werden parallel Ergebnisse eines Workshops für Kalligrafie und Steinbildhauerei gezeigt, die Rakowitz im Frühjahr für Schüler aus der Gegend um Bamiyan organisierte.

Michael Rakowitz (geb. 1973)

Der US-amerikanische Künstler mit jüdisch-irakischen Wurzeln wurde 1998 mit seinem aufblasbaren "Obdachlosen-Heim" bekannt.

Ausstellungen: 2010 Tate Modern, London. 2008 Sydney-Biennale

Literatur: Recent Projects on Baghdad and Montreal, SBC Galerie d’Art Contemporain. Circumventions, Onestar Press

Unsere bisherigen Stationen auf der documenta 13:

#05 Yan Lei
#04 Etel Adnan
#03 William Kentridge
#02 Roman Ondák
#01 Omer Fast

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