David Hockney

London

Malen wie die Impressionisten
David Hockney: "Nichols Canyon", 1980, Acryl auf Leinwand, 213,4 x 152,4 cm (Privatsammlung, © David Hockney)

MALEN WIE DIE IMPRESSIONISTEN

Die Landschaftsbilder des einstigen Protagonisten englischer Pop Art.
// HANS PIETSCH, LONDON

David Hockney hat einen langen Weg zurückgelegt. Während des Studiums am Royal College of Art erregte er Aufsehen, mit seinen übergroßen Brillen und der knallbunten Kleidung passte das Junggenie genau ins London der Swinging Sixties. Doch dann vertauschte der Sunnyboy 1964 den englischen Regen mit der Sonne Kaliforniens, wo seine berühmten Swimmingpool-Bilder entstanden, die ihn an die Spitze des Kunstmarkts katapultierten.

Ohne sich jedoch auf diesem Lorbeer auszuruhen, änderte er ständig Motiv und Medium: Porträt, Stillleben, Landschaft und Genrezenen, mit Öl, Aquarell, Kreide und Bleistift, aber auch mit Polaroidkamera und Fotokopierer und heute mit iPad und iPhone. Auch die Landschaft, der sich die aus mehr als 200 Arbeiten bestehende Schau in der Royal Academy zuwendet, hat den heute 74-jährigen Künstler als Motiv immer schon begleitet. Erste Landschaftsdarstellungen entstanden 1963 während eines Ägyptenbesuchs, einige seiner Swimmingpools haben als Hintergrund das satte Grün der Hügel oberhalb von Los Angeles, und für eine Schau im Pariser Centre Pompidou schuf er 1998 zwei immens großformatige Ansichten des Grand Canyon. Doch erst als er 2002 das zuvor von ihm etwas vernachlässigte Aquarell für sich wiederentdeckte, begann die Landschaft sein Schaffen immer mehr zu dominieren. Die Schnelligkeit des Mediums ermöglichte es ihm, wie die Impressionisten Pleinair zu malen, zunächst auf Island und im Norden Norwegens, wo ihn die langen Tage und das Licht faszinierten. Immer mehr rückte dann die Landschaft seiner Heimat Yorkshire als Motiv in den Vordergrund, wo er sich vor ein paar Jahren endgültig niederließ, und zumindest vorläufig seine Wanderschaft beendete. Auf großformati­gen Ölgemälden mit einer an die Fauvisten erinnernden Farbigkeit stellt er Felder, Wälder und von Bäumen gesäumte Straßen dar. Er beobachtet die sich ständig verändernden Lichtverhältnisse, das Wachstum der Pflanzen und die unterschiedlichen Jahreszeiten. Einige von ihnen hat er eigens für die Schau gemalt.

David Hockney – A Bigger Picture

bis 9. April 2012, Royal Academy of Arts, London

http://www.royalacademy.org.uk

Kommentieren Sie diesen Artikel

0 Leserkommentare vorhanden