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Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Jede Woche stellen wir Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diesmal: Neuhängung in Bonn, Reflektionen über das Werk an sich in Dresden und den Absalon-Film
// CHRISTINA GREVENBROCK
Bonn: Color and Content

Das Kunstmuseum Bonn rückt mit "Color and Content" erneut seine Sammlung deutscher Kunst nach 1945 in den Fokus. Der Schwerpunkt der Neuhängung liegt auf den Neuen Medien, Fotografie, Film und Video. Highlights des Bestands und Neuankäufe werden neu kombiniert und stolz der Öffentlichkeit gezeigt.

Darunter sind Arbeiten von Film- und Fotokünstlern wie Jörg Sasse, Andreas Gursky, Thomas Demand und Julian Rosefeldt, aber auch deutsche Malerei von Pia Fries, Albert Oehlen und Herbert Brandl. Ganz nebenbei wird auch die Geschichte der Bundesrepublik anhand signifikanter Kunstwerke reflektiert, etwa in den Fotografien „Bundestag“ von Andreas Gursky und Thomas Demands „Parlament“, die ein Detail aus dem ursprünglichen Bonner Plenarsaal zeigt. In die Geheimnisse und Zusammenhänge der Schau führt Dr. Stephan Berg, der Intendant des Kunstmuseums, am 16. Januar.

Sonntag, 16. Januar 2011, 11 Uhr: Führung durch die Highlights der Sammlungsneuhängungen mit Prof. Dr. Stephan Berg

Dresden: The Darkest Corners of the Whitest Cube

Das Kunsthaus Dresden setzt sich einen Monat lang mit künstlerischen Prozessen jenseits des Werks auseinander. Für die Dauer einer Ausstellung wird die Dichotomie von Werk und Nicht-Werk aufgehoben, und hinterfragt die Kriterien der Werkfindung. Es geht darum, wie der Idealraum der Kunst in der eigenen Vorstellung strukturiert ist, nach welchen Kriterien die innere Kunstjury etwas als Werk akzeptiert oder auch nicht. In der Ausstellung werden Objekte und Situationen präsentiert, die weniger als Werke denn vielmehr als experimentelle Nebenprodukte der künstlerischen Arbeit oder deren kontinuierliche Begleiter erscheinen. Die Vorarbeiten und Sammlungen oder begleitenden Spielereien und Experimente sind (bislang) nicht Werk und oftmals dennoch in der Lage, auf überraschende Art und Weise Bedeutung herzustellen. Durch unkonventionelle formale Qualitäten lassen sie auch neue Interpretationsräume entstehen. Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Rahmenprogramm rund um künstlerische Schaffensprozesse und Nebenprodukte angereichert. Rundgänge, Gespräche und ein Filmabend geben weitere Beispiele und Denkanstöße.

Die Ausstellung ist vom 15. Januar bis zum 20. Februar 2011 im Kunsthaus Dresden zu sehen. Es wird verschiedene Veranstaltungen im Januar und Februar geben, unter anderem Führungen und Rundgänge, ein Vortrag von Dietmar Ruebel am 27. Januar und ein Abend mit verschiedenen Filmausschnitten am 10. Februar

Berlin: A Virus in the City

Bei dem Virus, der die Stadt heimsuchen soll, handelt es sich um die Nachwirkungen eines Kunstprojekts des 1993 früh verstorbenen französich-israelischen Künstlers Absalon. Dabei handelt es sich um "Cellures" genannte Wohnkapseln, die Absalon eigens für die Städte Paris, Zürich, New York, Tel-Aviv, Frankfurt und Tokio konzipiert hat. Sie sind Hybride von winzingen Wohneinheiten und Großplastiken, die seit seinem Tod in die Sammlung verschiedener internationaler Museen eingegangen sind, unter anderem dem Centre Pompidou in Paris. "A Virus in the City" stellt das Konzept vor und vermittelt in der Neubegegnung mit allen sechs Orten eine andere Perspektive auf die Metropolen der Welt. Die Dokumentation geht mit eindrucksvollen Bildern der Frage nach, was seit Absalons Tod geschehen ist, und welche Rolle die mit dem Projekt verbundenen Hoffnungen und Erinnerungen Heute einnehmen. Der 80-minütige Film, über den art bereits mehrmals berichtete, ist nach dem Filmfest Hamburg und anderen internationalen Film Festivals nun auch in Berlin zu sehen.

15. Januar 2011, Zeughauskino am Deutschen Historischen Museum Berlin, 21.00 Uhr

Leipzig: Nasreen Mohamedi Notes - Reflections on Indian Modernism

Unfassbar zarte, kleinformatige Zeichnungen und Papierarbeiten bezaubern den Besucher einer der ersten umfassenden Einzelausstellungen der indischen Künstlerin Nasreen Mohamedi in Leipzig. Die Künstlerin, die mit ihren Werken bereits auf der documenta 12 vertreten war, ist eine der bedeutendsten indischen Künstlerinnen ihrer Generation. Mohamedi ist für ihre abstrakten geometrischen Zeichnungen mit Tinte und Feder bekannt, die zugleich Spuren ihres spezifischen Entstehungszusammenhangs aufweisen. Ihre Bildsprache ist zu gleichen Teilen visuell und konzeptuell verankert. Die Ausstellung zeigt neben einer großen Auswahl an Zeichnungen, Fotografien und Malerei auch Archivmaterial aus Nasreen Mohamedis Studio. Einladungskarten, Kalender, Zeitungsausschnitte, Skizzen und Notizen geben einen Einblick in ihren Arbeitsprozess. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf ihren Zeichnungen, aber es werden auch einige Fotografien gezeigt, in denen sie Landschaften und Architektur des indischen Subkontinents dokumentiert.

Die Ausstellung ist in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig noch bis zum 29. Januar 2011 zu sehen.

Aachen: Breaking Point - Kathryn Bigelows Life in Art

Der Neue Aachener Kunstverein nimmt die Kunstvergangenheit der berühmten Hollywood-Regisseurin ernst. Bevor sie mit Filmen wie Blue Steel, Point Break oder Strange Days Karriere machte, war Kathryn Bigelow Teil der New Yorker Kunstszene der 1970er Jahre. Sie schuf damals konzeptuelle Kunstwerke und arbeitete mit Größen wie Lawrence Weiner, Art & Language, Vito Acconci und Richard Serra zusammen. Die Ausstellung stellt die Frage nach Kontinuität in Bigelows Biografie, dazu zieht sie zahlreiche Dokumente heran: Mit Filmaufnahmen, Zeitschriften und Archivdokumenten, spürt der Kunstverein Bigelows Laufbahn von der konzeptuellen Kunst der 1970er Jahre bis zur zeitgenössischen Kinolandschaft nach.

Die Ausstellung ist vom 15. Januar bis zum 27. Februar 2011 im Neuen Aachener Kunstverein zu sehen

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1 Leserkommentar vorhanden

nobolist

20:12

14 / 01 / 11 // 

Fehler.

Danke für die gute Information. Ich kann mir aber als Kollege nicht verkneifen darauf hinzuweisen, dass es Reflexion heißt, nicht Reflektion. Ein sehr häufig gemachter Fehler - leider. Sie schrieben.......Neuhängung in Bonn, Reflektionen über ........

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