John Everett Millais

Van Gogh Museum

Das Wunderkind und der Kommerz
Sir John Everett Millais: "Isabella", 1848/49 (© The Walker Art Gallery, National Museums Liverpool)

DAS WUNDERKIND UND DER KOMMERZ

Das Amsterdamer Van Gogh Museum bezaubert mit einer Schau des englischen Präraffaeliten John Everett Millais.
// HANS PIETSCH

Was Mozart für die Musik war, das war John Everett Millais (1829 bis 1896) für die englische Malerei des 19. Jahrhunderts – ein Wunderkind. Er begann bereits mit drei Jahren zu zeichnen, mit elf wurde er in die Kunstschule der Royal Academy aufgenommen, mit 14 gewann er dort seine ersten Preise, und im Alter von 19 war er einer der Mitbegründer der Bruderschaft der Präraffaeliten, die sich an der spätmittelalterlichen Kunst vor der Renaissance ausrichteten.

Nach bisheriger Lesart seiner Laufbahn schuf Millais eine Zeit lang innovative Meisterwerke und verschrieb sich dann dem Mammon – er avancierte zum erfolgreichsten und wohlhabendsten englischen Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde ein echter Malerfürst.

Die Schau im Amsterdamer Van Gogh Museum, die zuvor in der Tate Britain in London zu sehen war, versucht nun seine Rehabilitierung. Sie will beweisen, dass er in allen Arbeitsphasen Meisterwerke produzierte, nicht nur in den ersten zehn Jahren der Präraffaeliten, wo ihm einige erstaunliche Gemälde gelangen, etwa "Die Brautjungfer" (1851) mit ihrem flammendroten Haar oder das mit präraffaelitischer Detailbesessenheit gemalte Bildnis des Kunsttheoretikers John Ruskin. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die späten schottischen Landschaften, großformatige Leinwände von erstaunlich atmosphärischer Dichte.

Gekürzte Fassung. Lesen Sie den gesamten Artikel in der aktuellen art-Ausgabe 2/2008.

"John Everett Millais"

Termin: 15. Februar bis 18. Mai. Katalog: 19,95 Euro, im Buchhandel 42 Euro. Literatur: Millais, Tate Publishing, Paperback 39,80 Euro, gebunden 48,99 Euro.

http://www.vangoghmuseum.nl

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