Was gefällt Ihnen an der Arbeit des anderen?

Jim Avignon: Bei der ersten Betrachtung von Jons Arbeiten, sieht man erstmal nur Gesichter und viel Bewegung. Beim zweiten Blick sehe ich jedoch auch Dinge, die dahinter stecken, Worte, Wissen über das Leben und die Menschen. Viele Arbeiten, die wir heute sehen, sind sehr oberflächlich. Oft werden Formen und Farben sehr geschmackvoll genutzt, aber da ist nichts dahinter. Jons arbeiten sind das Gegenteil: Es ist so viel dahinter, viel Humor.

Jon Burgerman: Ähnlich sehe ich das mit Jims Werken. Auf den ersten Blick können Jims Arbeiten banal erscheinen, aber je mehr man sich mit ihm beschäftigt und je mehr man sich auf seine Welt einlässt, desto mehr realisiert man, dass seine Arbeiten Substanz haben. Dass sie sich mit den Höhen und Tiefen des modernen Lebens beschäftigen. Persönlichkeit ist dabei sehr wichtig. Ich will nicht negativ klingen, aber viele meiner Kollegen machen wunderschöne Kunst, aber es ist nichts von Ihnen selbst in den Werken.

Und wie sind Sie von der Kunst zur Musik gekommen?

Jim Avignon: Ich mache Musik schon seit zehn Jahren. Ich hatte eine persönliche künstlerische Krise Mitte der Neunziger – Sie sehen, mein Leben ist voller Krisen. Da habe ich angefangen, Musik zu machen, als eine Ein-Mann-Elektro-Band. Jon und ich haben uns dann letztes Jahr kennengelernt, als wir eine gemeinsame Ausstellung in Brooklyn gemacht haben.

Jon Burgerman: Ich habe Jim eingeladen, weil ich eine Einzelausstellung haben sollte und nicht alleine arbeiten wollte. Ich hatte also eine Art Mini-Krise. Ich habe dann überlegt, mit wem ich gerne arbeiten würde. Und ich konnte mir nur eine Person vorstellen, obwohl wir uns noch nie begegnet waren.

Jim Avignon: Kennengelernt haben wir uns dann erst eine Woche vor Beginn der Ausstellung, als wir angefangen haben, für die Ausstellung zu arbeiten. Es war eine recht riskante Angelegenheit, weil Jon der Galerie erzählt hatte, wir wären schon lange Zeit gut befreundet. Die Galerie war dann ziemlich geschockt, als sie herausfand, dass wir uns gerade das erste Mal gesehen hatten.

Jon Burgerman: Wir haben dann entschieden, die Ausstellung komplett zusammen zu gestalten. Ideen und Werke sollten ineinander übergehen. Wir haben tatsächlich zusammen an Werken gearbeitet, und es war wirklich großartig.

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