20 / 08 / 2010
Akt Now!
Rene de Haan
AKT NOW: RENE DE HAAN
Was reizt Sie an dem Thema Akt?
Ich bin nicht an Mode interessiert. Aber ich interessiere mich für Menschen und für die Gestalt und die Kurven des weiblichen Körpers und die Möglichkeit sich in der reinsten Form auszudrücken, ohne seine Persönlichkeit hinter Kleidung zu verstecken. Außerdem ist der Akt zeitlos. Wenn man sich eine zehn Jahre alte Modereklame ansieht, lacht man über die Kleidung, die das Model trägt, aber ein zehn Jahre alter Akt hat nichts von seiner Attraktivität verloren.
Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?
So lange sich das Model wohlfühlt, habe ich nicht wirklich Tabus, trotzdem bin ich nicht daran interessiert Geschlechtsteile groß im Bild zu haben, weil ich nicht möchte, dass diese zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit werden, was sehr schnell geschieht.
Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?
Ich kann nicht sagen wo die schmale Linie zwischen Kunst und keiner Kunst liegt. Ich würde sagen, es verhält sich wie mit der Schönheit: Es liegt im Auge des Betrachters. Wenn dir meine Bilder gefallen und du sagst sie seien Kunst: gut für mich. Wenn du nicht so denkst, ist das auch schwer in Ordnung. Es liegt keine spezielle Botschaft in meinen Bildern. Was ich versuche festzuhalten ist die Schönheit und "Kraft" von Frauen.
Gibt es inspirierende Vorbilder?
Es gibt einige Fotografen, die ich sehr inspirierend finde, wegen unterschiedlicher Gründe, da sie sehr verschiedene Stile haben. Um ein paar zu nennen: Jock Sturges, Richard Avedon, Andreas Bitesnich, Bruno Bisang, Paolo Roversi, Ryan McGinley, David Bellemere, Sylvie Blum.
Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?
Hauptsächlich mit Porträts. Manchmal arbeite ich noch immer mit meiner alten, analogen Hasselblad, wegen ihrer ausgezeichneten Qualität und dem quadratischen Format. Aufgrund der Tatsache, dass sie keine sehr "schnelle" Kamera ist, bin ich gezwungen konzentriert zu arbeiten und nicht einfach "drauflos zu schießen". Ich ziehe Schwarzweiß der Farbfotografie vor. Ich denke nicht, dass ich ein Star- oder Kunstfotograf im traditionellen Sinn bin, ich sage oft, ich mache "Nacktporträts".
Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?
Ich würde gern meinen eigenen Katalog veröffentlichen, mit Akten und Porträts. Aber ist man nicht weltberühmt, ist es heutzutage, schwierig einen Herausgeber für so ein nichtkommerzielles Projekt zu finden. Es sei denn, man hat selbst genug Geld, um es zu finanzieren.
Rene de Haan
Rene de Haan, 50, brachte sich das Fotografieren selbst bei und arbeitet seit 1989 freiberuflich. Er begann mit Architekurfotografien und kam zufällig mit der holländischen Filmindustrie in Kontakt, für die er Werbestandbilder fotografierte. Er macht Porträts für Schauspieler und Castingagenturen, und seit 1999 fotografiert er Akte für den niederländischen Playboy. Er publizierte in mehreren Magazinen in und außerhalb Hollands und steuerte Bilder für einige internationale Fotobände bei.
20 / 08 / 2010
1 Leserkommentar vorhanden
maxsensei
08:26
21 / 08 / 10 //
vorschlag
liebe redaktion, ich weiß nicht, wer von ihnen so ein faible für aktfotos der 50-er jahre entwickelt hat; aber: gibts das nicht viel interessanter in -zig anderen foren, "seen by..." oder "fotokommunity" usw.? ist ja nett auf einer schlichtebene, aber bei "art". zieht mich richtig runter jedesmal. konstruktiv: maler, grafiker, bildhauer, performancer, filmer usw. vorstellen, die gerade ihr examen an kunsthochschulen gemacht haben. damit man die mal sieht? muß man allerdings etwas geschmackssicher sein ;), auch etwas wagen wollen (weil sie noch nicht "etabliert" sind, wies so schön heißt. lieber gruß maxsensei
