Akt Now!

Aktfotografie

Akt Now: Maria Simon
Maria Simon: "It's me ... Nuria", 2009

AKT NOW: MARIA SIMON

Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: die Berlinerin Maria Simon.

Frau Simon, was reizt Sie an dem Thema Akt?

Akt ist pur und natürlich. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ihn zu interpretieren. Manchmal kann es nur eine Ergänzung in einem Bild sein, die ihm den letzten Schliff gibt. Ich liebe es, Schönheit, Sinnlichkeit und Stärke zu zeigen und den Betrachter in eine andere Welt zu entführen. Meine Arbeit ist - auf alle Genres bezogen - weder provozierend noch aufklärend.

Mir gefällt es, mit Bildern Geschichten zu erzählen und Dinge anzudeuten. Das liegt mir mehr, als den Betrachter ausschließlich vor nackte Tatsachen zu stellen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Auf jeden Fall! Gewalt und Kinderpornografie sind Tabus. Ansonsten hat jeder Künstler eine unglaubliche Freiheit. Ich persönlich zeige lieber weniger, um den Gedanken mehr Spielraum zu geben. Nichtsdestotrotz finde ich es inspirierend, wie weit andere Künstler gehen und trotzdem eine gewisse Klasse behalten. Für mich sind Tabus nicht wirklich relevant, weil ich nie Grenzen überschreiten würde, die andere unangenehm berühren könnten. Jeder hat einen anderen Sinn für Ästhetik. Ich möchte nur Dinge zeigen, die ich schön finde oder die mich zum Lachen bringen. Bei Fotojournalismus ist das etwas anderes: Hier darf man auch mal schockieren, um Menschen auf etwas aufmerksam zu machen. Wenn ein Foto aber nur auf eine billige und vulgäre Weise provozieren will, finde ich es uninteressant.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Kunst zu definieren ist sehr schwierig und subjektiv. Für mich ist Kunst, wenn etwas dahinter steht, ein Konzept oder eine Geschichte. Manchmal kann das eine interessante Textur und Form sein oder ein Schnappschuss, wenn er den richtigen Moment trifft. Ein Kunstwerk muss zeitlos sein und die Möglichkeit bergen, ständig neue Dinge darin zu entdecken. Eine Fotografie ist ein Kunstwerk, wenn man eine Person auch durch eine andere ersetzen könnte, zum Beispiel eine schöne Frau durch eine "normale" Person, und das Bild danach immer noch dieselbe Stärke hätte. Bilder die hängenbleiben, das sind Kunstwerke für mich.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Es gibt für mich sehr viele Inspirationen, die nicht unbedingt immer aus der Fotografie kommen. Zum Beispiel Filme wie "La decima vittima" von Elio Petri aus dem Jahr 1965, der immer noch sehr modern ist. Mir gefallen auch Illustrationen oder Grafiken. Helmut Newton ist ein Genie, weil er Frauen mit Klasse und Stärke abbildete und dabei nie vulgär wurde. Er hatte die Gabe, aus jeder Frau eine Ikone zu machen. Terry Richardson ist inspirierend, weil er die Pornografie in die Fashionfotografie gebracht hat und damit eine unglaubliche Welle ausgelöst hat. Auf einmal wollten alle solche Bilder machen. David Drebin bewundere ich für sein Licht und seine Eleganz. Ich könnte das jetzt unendlich weiterführen, da es so viele talentierte Fotografen gibt.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Ich beschäftige mich kontinuierlich mit neuen Geschichten, die in meinem Kopf herumschwirren. Von Fashion bis hin zu Porträts, ich plane jedes Detail, auch wenn das Resultat am Ende sehr lebendig und spontan wirkt. Manchmal habe ich Projekte monatelang im Kopf, bevor ich sie realisiere. Mir ist wichtig, Menschen in einem neuen Kontext zu zeigen und sie damit zu überraschen. Es geht mir um starke Persönlichkeiten und um Lebensfreude.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Es würde mich reizen, einmal für den Playboy zu fotografieren. Nur um zu sehen, ob meine Vorstellung von Sinnlichkeit auch Männer anspricht. Außerdem würde ich gerne ein richtiges Filmset inszenieren. Vom Film kann man sehr viel lernen, vor allem das Arbeiten mit Licht. Es gibt viele Projekte, die ich gerne machen würde. Und wenn es in meiner Macht (und im Budget) liegt, realisiere ich sie auch.

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