Olafur Eliasson
Berlin
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Düfte, Nebel, Spiegelungen, Licht, Schatten, Frost oder das Farbspektrum des Regenbogens – solche Naturphänomene bilden das Material für Olafur Eliassons sinnliche Kunst.
Spektakuläre Installationen wie die künstliche Sonne in der Turbinenhalle der Londoner Tate Modern (2003/04) oder eine Reihe von künstlichen Wasserfällen entlang des New Yorker East River (2008) haben ihm sogar den Ruf eines Magiers eingetragen, der den abgestumpften Stadtmenschen das Staunen und Schaudern über die erhabene Macht der Naturgewalten zurückgebracht hat.
Doch Eliasson, der 1967 in Kopenhagen geborene Sohn isländischer Eltern, ist alles andere als der letzte Naturmystiker in einer digitalen Ära. In seinem großzügigen Atelierhaus in Berlin werden wie in einem technischen Forschungslabor die Ideen durch ein Team von Architekten, Material- und Lichtspezialisten immer wieder getestet und diskutiert, bis sie zu Kunst werden – manchmal aber auch zu Design, Architektur oder etwas schwer Definierbarem dazwischen. Auch "Innen Stadt Außen", so der Titel seiner ersten großen institutionellen, von Daniel Birnbaum kuratierten Ausstellung in Berlin (Katalog: Verlag der Buchhandlung Walther König, 29 Euro), verweist auf Zwischenräume, die es zwischen Museum und öffentlichem Raum zu überbrücken gilt. Im Erdgeschoss und im Lichthof des Gropiusbaus werden mehrheitlich neue Arbeiten mit Berlin-Bezug zu sehen sein. Dazu wird Eliasson das Ausstellungshaus zur Straße hin öffnen, soweit es die Architektur zulässt.
Schon Wochen vor der Eröffnung hat er unauffällige Interventionen im Stadtraum durchgeführt: Treibholzstämme aus Island auf Fußwegen und in Parks und umherfahrende Pick-ups mit werbetafelgroßen Spiegeln lieferten ungewohnte Stadtansichten, sein "Mirror Bike" baute er an einem verrotteten Reststück der Berliner Mauer auf. Statt einer weiteren Blockbuster-Schau kehrt Eliasson zurück zu seinen Anfängen und widmet sich beim Heimspiel der Produktion poetischer Irritationen inmitten hauptstädtischer Tristesse.
"Innen Stadt Außen"
Termin: 28. April bis 9. August 2010, Martin-Gropius-Bau, Berlin. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr. Katalog: Verlag der Buchhandlung Walther König, 29 Euro


