Akt Now!

Aktfotografie

AKT NOW: Michael J DeMeo
"Ich fotografiere Akte, um ein vollkommeneres Bild der Person zu wiederzugeben", sagt der US-Fotografen Michael J DeMeo (© Michael J DeMeo)

AKT NOW: MICHAEL J DEMEO

Er gehört zu den ältesten Themen der Kunstgeschichte: der Akt. Unsere Serie präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: der US-Fotograf Michael J DeMeo.

Was reizt Sie an dem Thema Akt?

Der Akt ist mit einer der ältesten Sektoren der Kunst. Der weibliche Körper erweckt seit jeher unsere Aufmerksamkeit und unsere Fantasie wie kein anderes Thema. Der Akt birgt immer ein bestimmtes Geheimnis und eine kleine Geschichte zum jeweiligen Körper in sich.

Wenn ich mir ein Aktfoto ansehe, bin ich normalerweise nicht sexuell erregt – auch wenn dies prinzipiell möglich ist – sondern bin eher nachdenklich gestimmt. Ich fotografiere selbst Akte, um ein vollkommeneres Bild der Person zu wiederzugeben. Der Betrachter kann den ganzen Menschen darin sehen, ohne die Fassade seiner Kleidung. Das Nacktsein dient außerdem dazu, die Person jugendlicher und vitaler darzustellen und der Intimität zwischen mir und dem Subjekt Ausdruck zu verleihen.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Ich fühle mich so, als gäbe es keine Tabus, und ich gehe immer bis an die Grenzen. Am Ende kommt das heraus , was Du mit Deiner Arbeit darstellen wolltest. Keine meiner Arbeiten sollten einen vulgären Eindruck machen. Es gab Zeiten, in denen ich Fotos gemacht habe, die zu pornografisch geworden sind. Es ist wirklich sehr einfach, pornografische Fotografien zu machen; dafür ist es umso schwieriger, ernsthafte Fotos zu machen, die sinnlich sind, ohne dabei diese Grenze zu überschreiten. Es ist schwierig, sein eigenes Werk zu beurteilen, aber ich versuche geschmackvoll in meinen Bildern und in meiner Metaphorik zu sein und sie tiefgründiger als unmittelbaren Sex zu gestalten.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Ich denke, das ist eine sehr persönliche und subjektive Frage. Ich kann Kunst in einigen Pornografien sehen, über die sich andere nur lustig machen. Andere Leute empfinden Gemälde oder Fotografien, ob die dargestellten Personen nackt sind oder nicht, als Kunst, über die ich wiederum denke, dass sie nur Müll sind. Aber letztendlich wird für mich ein Akt zum Kunstwerk, wenn es eine nachdenkliche Fotografie ist, die den wahren Moment festhält.

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Ja, zeitgenössische Fotografen, die immer noch anregende und begeisternde Fotografien machen wie Wolfgang Tillmans, Juergen Teller, Ryan McGinley, Tim Barber, Terry Richardson, Ariane Geffard und alle meine Freunde.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Meine Fotografien sind überwiegend autobiografisch. Ich mache Fotos von Leuten und Plätzen in meinem Leben, manche Ereignisse sind hyperbolischer als die anderen.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Im Augenblick arbeite ich an ein paar Projekten mit Pogo Books, einem neuen Kunstbuchprojekt außerhalb Berlins, zusammen. Das erste Projekt ist ein Magazin mit Ariane Geffard, das auf einer Kunstausstellung basiert, die wir in den USA präsentiert haben. Die Ausstellung heißt "A Nos Amours" oder "To our Lovers". Ich arbeite mit Pogo Books außerdem an einem Buch über meine Fotografien und an der dritten Ausgabe meines Magazins "No Thoughts", das eine Sammlung von sehr verschiedenen Fotografen aus aller Welt beinhaltet, sozusagen als Vorzeigeobjekt der "the erotica of the everyday".

"Michael J DeMeo"

Autodidakt, 28 Jahre

http://www.michaeljdemeo.com

mjdemeo@gmail.com

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