Garten Eden

Kunsthalle Emden



PARADIES IM AUFRUHR

Rechtzeitig zu Klimawandel- und Emissionsdiskussionen präsentiert die Kunsthalle in Emden die Ausstellung "Garten Eden – der Garten in der Kunst seit 1900". „Eigentlich gibt es nichts Platteres als Blumenbilder – aber auch nichts Schöneres als einen blühenden Garten“, meinten die beteiligten Künstler Peter Fischli und David Weiss.
// KATHARINA KOESTER, ULRIKE VON SOBBE

Ein heftiger Sturm zog am vergangenen Samstag über die ostfriesische Küste, was aber 1500 Gäste aus der ganzen Bundesrepublik nicht davon abhalten konnte, in die Nordseehalle von Emden zu kommen, wo Eske Nannen zur feierlichen Wiedereröffnung der Kunsthalle geladen hatte.

Nach den rund 18 Monaten dauernden Umbauarbeiten präsentiert sich das Haus nun mit klar strukturierter Glasfassade, großzügigem Foyer, überdachtem Atrium mit Leselounge, mit einer Brücke zur Stadt, einem Bootsanleger und Ausstellungsräumen, die nach neuesten museumstechnischen Maßstäben modernisiert wurden. „Die neuen Museen sind die Kathedralen unserer Zeit“, sagte Nils Ohlsen, wissenschaftlicher Leiter der Kunsthalle und Kurator der Ausstellung „Garten Eden“, in seiner Begrüßungsansprache, „ihre Architektur muss die Aufgaben des klassischen Museums mit denen eines städtischen Freizeitzentrums in Verbindung bringen.“ Damit entspreche die neue Kunsthalle in Emden ganz der Idee ihres Stifters Henri Nannen – einen lebendigen Ort zu schaffen, der den Menschen zur Begegnung mit der Kunst einlädt und ihn neugierig auf Unbekanntes macht.

Einst war er eine Notwendigkeit, dem heutigen Großstädter gilt er hingegen als Luxus: ein Garten. Während Dürreperioden die Menschen zwangen, Nutzgärten anzulegen, wird ein grüner Daumen im 21. Jahrhundert beinahe als revolutionäres Symbol angesehen. Rechtzeitig zu Klimawandel- und Emissionsdiskussionen thematisiert die Kunsthalle in Emden mit Gartendarstellungen von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart unseren Umgang mit Lebensräumen und Ressourcen.

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