03 / 12 / 2007
New Museum
New York
DER GEIST VON DOWNTOWN
„So sah ich heute morgen aus“, stellte einer der Museumsmitarbeiter mit Verweis auf das giftgrüne Interieur der Fahrstühle und auf die von Modedesigner Calvin Klein veranstaltete Party am Abend zuvor fest. Das New Museum auf der Bowery, mitten in New Yorks ehemaligem Elendsviertel auf der Lower East Side von Downtown Manhattan, hatte allen Grund zum Feiern. Nach fünfjährigen Bauarbeiten eröffnete das Museum, das sich in der letzten Zeit zur Miete in SoHo einquartiert hatte, sein erstes eigenes Zuhause. Ein siebenstöckiger Bau mit 5500 Quadratmetern, drei Etagen mit Ausstellungsräumen, einem Stockwerk für Kunststudien, einem Theater und einem lichtdurchfluteten Skyroom mit Terrasse und Blick auf Downtown. 50 Millionen Dollar kostete das Gebäude, das neugierig von den New Yorkern erwartet wurde.
Zu feiern gab es nicht nur die Neueröffnung, sondern auch das 30-jährige Bestehen des Hauses, das sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst widmet. So ging es ohne Unterbrechung mit 30 Stunden freiem Eintritt los. Am Samstag um zwölf Uhr wurden die Türen der gläsernen Eingangsfront geöffnet, und das Museum meldete, dass alle Freikarten bereits vergeben waren.
„Unmonumental: The Object in the 21st Century" heißt die erste Ausstellung, die in drei Stufen ablaufen wird und im Januar mit Collagen und später mit Soundinstallationen weiter wachsen soll. Zum Auftakt werden Installationen und Skulpturen von 30 Künstlern gezeigt. Es ist überwiegend Trash-Kunst von jungen Künstlern für ein junges Publikum. Alltagsgegenstände einer Konsumgesellschaft wie Kleidungsstücke, Pappkartons, Schlüssel, Fahrräder oder Sofas wurden zu Low-Tech-Art verarbeitet. Der Berliner John Bock spielte mit Pizzakartons von Dr. Oetker oder Milch-Containern aus der Mark Brandenburg. Marc André Robinson lässt einen Wirbelsturm aus alten Stühlen durch die Galerie fliegen. Jim Lambie überzog eine Matratze mit Knöpfen. Zu den Höhepunkten zählen Isa Genzkens „Elefant“ (2006) und Urs Fischers nackte Madonna, die im Laufe der Ausstellung wie eine Adventskerze abfackeln wird.
03 / 12 / 2007
