04 / 03 / 2010
Macht zeigen
DHM Berlin
"WOLLEN SIE NOCH SCHNITTCHEN?"
Angela Merkel hat keine Ahnung von Kunst. Das jedenfalls erklärte der Berliner Theatermacher Christoph Schlingensief unlängst auf einer Pressekonferenz. Künstler und Kanzlerin hatten sich bei einem Empfang im "kargen Kanzleramt" getroffen. Bei dieser Gelegenheit war aber der Politikerin von allen möglichen Fragen nur die eine eingefallen: "Wollen Sie noch Schnittchen?" Merkel, so Schlingensief, wolle zwar Ahnung von Kunst haben, aber von ihr komme nichts.
Kunst ist heute Statussymbol, so die Grundthese der vom Karlsruher Philosophen und Unternehmensberater Wolfgang Ullrich organisierten DHM-Ausstellung, denn Kunst "adelt die Sieger der Gesellschaft". Folgt man dieser Annahme, dann müssten Spitzen wie die von Schlingensief in Richtung Kanzlerin einem kleinen PR-Desaster gleichkommen. Denn zum Selbstbild moderner Politiker und Manager gehört heute Kunstkennerschaft angeblich unbedingt dazu. Selbst wenn die Mächtigen und Reichen wegen des Regierens und Managens und der dauernden Zwischendurch-Treffen mit Finanzberatern überhaupt gar keine Zeit haben, sich eingehender damit zu beschäftigen. Niemand kann verhindern, dass sie sich an die Wände hinter dem Chefsessel trotzdem bunte, große Ölformate hängen. Schließlich verhelfen sie damit nicht zuletzt vielen Künstlern zu einem einfachen bis sehr guten Auskommen.
Doch nicht die Abbildung der öffentlichen Handlungen mächtiger Ahnungloser ist das erklärte Ziel der Ausstellung, sondern die Analyse von "Kunst als Herrschaftsstrategie". Was das konkret bedeutet, erfährt man als Besucher aber leider nicht. Lässt sich zeitgenössische Kunst heute tatsächlich im Sinne von politischer Herrschaft benutzen? Und worin besteht der aktuelle "deutsche Sonderweg" im Verhältnis von Kunst und Politik, den der Ausstellungsmacher Ullrich behauptet, ohne freilich Beweise beizubringen?
"Ästhetisierung der Politik"
Kunst, das zeigt diese Ausstellung hingegen in fast allen Exponaten, wird in der Nähe von Politik und Wirtschaft nicht unbedingt besser oder gewichtiger, dafür ist die wurstige Lüpertz-Skulptur im Kanzleramt das beste Beispiel. Andersherum wird auch die Politik durch die Nähe zur Kunst nicht anders: etwa bei den modernen Sozialdemokraten nicht Willy-Brandt-mäßiger, nur weil sie ihre besonderen Pressekonferenzen gerne im Schatten jener Fetting-Foyerskulptur abhalten. Alte Männer werden nicht sympathischer, nur weil sie auf Vorstandsetagen mit ihren machtverhärteten Körpern vor neuen Bildern posieren. Kunst, so der Kern des von Ullrich präsentierten Materials, gibt gute Kulissen für Macher-Fotos, die dann von den Bildredaktionen der Polit- und Managermagazine gern wegen der Farbigkeit ins Heft gehievt werden, um dem ewigen Grau zu entkommen.
Im 20. Jahrhundert war das anders. Damals stellte Walter Benjamin in seiner berühmten Faschismus-Analyse die "Ästhetisierung der Politik" die "Politisierung der Kunst" gegenüber. Auf einem kleinen Monitor sieht man Adolf Hitler auf historischen Propaganda-Sequenzen Ende der dreißiger Jahre bei der Eröffnung einer großen deutschen Kunstausstellung in München. Kunst im Nationalsozialismus hatte tatsächlich der Inszenierung nazistischer Macht und der Beschwörung eines völkischen Wir-Gefühls zu dienen; wer nicht ins rassistische nationalsozialistische Weltbild passte, wurde ins Exil getrieben oder in den Konzentrations- und Vernichtungslagern umgebracht.
Kein Skandal: Merkel hat keine Ahnung von Kunst
Derart brachial wurde Kunstpolitik in Deutschland seitdem nie wieder instrumentalisiert. Auch wenn in der "Berliner Republik" der Abstand zwischen Kunst und Politik kleiner geworden ist: Solange sich der Burschen-Maler Norbert Bisky zum Fototermin mit Sammler-Politiker Guido Westerwelle eine blonde Perücke und ein lustiges Basecap aufsetzt oder Altkanzler Schröder in Merseburg eine Galerie für den verhassten ehemaligen DDR-Künstlerfunktionär Willi Sitte eröffnet, muss man nichts Schlimmes befürchten. Denn meist geht die Indienstnahme der Kunst durch die Mächtigen für PR-Zwecke ganz einfach nach hinten los. Klaus Wowereit etwa, Berlins regierender Bürgermeister und Kultursenator schwärmt gern von einem Fetting-Gemälde in seinem Büro, unter dem der Politiker auf einer Anrichte fünf Miniaturen der berüchtigten Buddy-Bären liebevoll drapiert hat. Dabei weiß jedes Kind, dass kein ernsthafter Kulturmensch diese schlimmen menschengroßen Klumpwesen mögen kann, die die öffentlichen Plätze der Hauptstadt seit Jahren verschandeln. Es ist also kein Skandal, dass Merkel keine Ahnung von Kunst hat: Sie ist da nicht allein.
"Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie"
Termin: 13. Juni, Deutsches Historisches Museum Berlin. Katalog: DHM, 24 Euro
04 / 03 / 2010
7 Leserkommentare vorhanden
Werner Hahn
02:35
05 / 03 / 10 //
Kultur- und Kunst-Politik in der Krise: Kunst als Herrschaftsstrategie
Seit es Mächtige gibt, wird Kunst in Dienst genommen: Päpste, Kardinäle, kleine und große Fürsten, Despoten und Diktatoren nutzten Kunst, um ihre Herrschaft zu legitimieren und zu präsentieren. In Dienst genommen wird die Kunst auch von Politikern in unserer derzeitigen Demokratie. Ebenso von den sammelnden, an Statussymbolen und Wertsteigerung interessierten Banken-Managern und Wirtschafts-Bossen. Als „Kunstförderung“ genießt dies eine Minderheit von zumeist etablierten Kunst-Markt-Künstlern.Für diese Künstler-Typen interessieren sich Politiker wie Manager gleichermaßen: Zeugnissen dieser Kunst-Mächtige-Allianz begegnet man aktuell im Berliner Deutschen Historischen Museum (DHM) in der erhellenden Ausstellung „Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie". Die Schau will zeigen, wie die Wechselwirkung zwischen Politikern und Künstlern funktioniert. Wolfgang Ullrich, der Kurator, glaubt, die Selbstinszenierung der Mächtigen mit Kunst sei ein ausgeprägt deutsches Phänomen. Der Kunstphilosoph Bazon Brock höhnt in einem Wandzitat: "Mit Kunst im Rücken demonstrieren die Herren der Welt, dass sie hinreichend psychische Stabilität besitzen, um mit dem Chaos, dem Unsinn und den Beliebigkeiten in den Werken der Künstler spielend fertig zu werden."
Werner Hahn
02:44
05 / 03 / 10 //
KUNST: Zeichen undemokratischer Herrschafts-Strategien
Werke moderner und postmoderner „Kunst“ werden seit Jahrzehnten in Deutschland als Status-Symbole zur Image-Verbesserung der Herrschenden in Wirtschaft und Politik genutzt. Ex-Kanzler Gerhard Schröder machte sich m.E. lächerlich, als er sich mit der Baselitzschen Umkehr-„Kunst“-Masche identifizierte und vor derartiger „charakterverstärkenden“ „Kunst“ posierte: Schröder im Kanzleramt am Schreibtisch vor Baselitz' stürzendem Adler. Das Motiv ist eine starke Machtgeste: Schröder nimmt sich heraus, gegen die Konvention zu verstoßen, in dem er so seitlich lässig dasitzt. Interessant ist es zu lesen, was Medien zum Bild schreiben:Die FAZ schreibt zum Foto: „Schröder posiert in imperialer Sitzhaltung vor Baselitz’ expressiv gemaltem, wie immer kopfüber baumelndem Adler.“ Das Bild betone „Schröders energisches, elbflutstoppendes Macher-Wesen – seht her, scheint das Bild zu sagen, ich akzeptiere nichts, was mir als gegeben vorgesetzt wird, die Atomkraft nicht und die Notwendigkeit des Irak-Krieges nicht und die Gewerkschaften mit ihrem Gejammer auch nicht; wenn es sein muss, erwürge ich auch den Bundesadler und hänge ihn euch kopfüber ans Fenster, wie hier auf meinem Bild.“ Diese „Inszenierung politischer Virilität“ habe wenig später Jörg Immendorff mit seinem „imperialen Goldschröder-Porträt geradezu ins Camphafte“ gesteigert. Die FR kritisch (Widmann) zum Gazprom-Berater Schröder: „Wer freilich daran erinnert werden möchte, dass Gerhard Schröder sich gerne mit Immendorf und Lüpertz umgab, der kommt hier auf seine Kosten. Wer den Kanzler Schröder auf den Baselitz-Adler hinter seinem Amtsschreibtisch blicken sieht, der mag sich Gedanken darüber machen, dass der auf dem Kopf stehende Adler einer sein könnte, der sich nicht anmerken lassen möchte, dass er abstürzt. Ob Schröder jetzt russische Maler in ihren Ateliers besucht? Die Blauen Nasen gar? Oder doch lieber Ilja Glasunow?“
Werner Hahn
02:56
05 / 03 / 10 //
Von KRISEN keine Rede: z.B. der documenta-KRISE
Krisen werden in den Bildern mit den Mächtigen im DHM ausgeblendet: Krise des Parteinsystems bzw. Demokratie-Krise, generelle Werte-Krise, Finanzkrise, Resourcen/Energie Krise, Bildungskrise, Kunst-Krise u.a.m. Nach den Nazis waren (kunst)politische Symbole belastet, so dass man Ersatz-Symbole in Werken der bildenden Kunst suchte und fand. Das spiegelt sich auch in der Geschichte der documenta-Institution wider. Die privatrechtlich organisierte und staatlich ideell und materiell geförderte documenta-Institution wurde medienwirksam zu einer Autorität hochstilisert: Weltoffenheit, Dynamik und die Fähigkeit, Qualität zu erkennen, wurden ihr angedichtet. Bundespräsidenten und Politiker Hessens und des Bundes (z.B. Kunst-Sammler Guido Westerwelle) zeig(t)en sich stolz auf documenta-Events. Als zukunftsorientiert, risikofreudig, innovativ und entscheidungsfreudig lässt man sich zusammen mit etablierten Kunstmarkt-Stars feiern. Kunst, Nicht-Kunst bzw. Antikunst und Kommerz avancierten zu einem der stärksten Statussymbole der Gegenwart und stellen „keine Opposition zu den herrschenden Verhältnissen mehr dar“ (Wolfgang Ullrich). Fazit: DEMOKRATISIERUNG tut not. Die DHM-Schau zeigt: Unternehmer, Spitzenmanager und Politiker präsentieren sich gerne zusammen mit Gemälden, einer Skulptur und Kunst-Markt-Stars. Als Freunde (post)moderner Kunst wollen sie Eindruck machen. Zahlreiche Unternehmen & Banken legten – auch kunstlenkend - eigene Kunst-Sammlungen an. Umgangsformen mit der Kunst sind zu beobachten, die an die Zeit der großen Höfe erinnern: „Macht zeigen“ (Berlin, D.H.M.) schreibt: „Etliche Künstler tragen mittlerweile zum Glamour und zur Prominenz eines neuen Adels aus Stars, Reichen und Mächtigen bei; ihre Werke verheißen Event und exklusiven Lifestyle.“
Werner Hahn
03:07
05 / 03 / 10 //
Apropos „art“: „Angela MERKEL hat keine Ahnung von Kunst"
Besonders angreifbar machte sich unlängst Merkel-Innenminister SCHÄUBLE: Er unterstützte mit 100.000 Euro die tendenziöse Privat-Ausstellung "60 Jahre - 60 Werke" im Berliner Martin-Gropius-Bau. In einem Katalogbeitrag schwärmte W.S. vom angeblich „hohen Stellenwert von Kunst und Geistesleben für eine freiheitliche Demokratie“. Angela MERKEL hielt die Eröffnungsrede und nobilitierte damit die Vernissage der Skandalschau zum Staatsakt. Die Kanzlerin MERKEL betonte: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei." Subjektiv-fehlerhaft sagte sie: „Und das war die Grundlage dafür, dass die Kunst entstehen konnte, die hier gezeigt wird.“ Die BRD-Kunstpolitik dient „Kunst“- Höflingen in einem un/freien Land mit Super-Reichen. Unterstützt durch den Möchte-gerne-Medien-„Kunst-Papst“ der BILD-Zeitung (Chef Diekmann) wurde in "60 Jahre/60 Werke" ein schiefes, unwahres Bild des künstlerischen Wirkens gezeigt. Der staatlich subventionierten Schau haben Kunstkritiker eine „niederschmetternde Schlichtheit“ (LIEBS) attestiert und SOMMER („art“-Chefredakteur) stufte die misslungene Schau als „armselig und unreflektiert“ ein. Gut so! Auch E. BEAUCAMPs Kritik in „KUNSTSTÜCKE“ (FAZ 05.06.09) stimmte: „Netzwerker“ mit „verzweigten Einflüssen bis in die auswärtige Kulturpolitik“ konnten „erfolgreich verhindern“, dass DDR-Kunst Beachtung fand. Die westliche KUNSTFREIHEIT „bedarf dringend der Überprüfung“, mahnte E.B: Auch im Kunstbereich habe sich manches verzerrt: „Wie frei und chancengleich ist die Kunst noch in einem freien Land? In der Epoche des fast totalen Markts sind der Erfolg und die Qualität, die Preise und die Bedeutungen auseinandergefallen, konstatierte E.B. Nachlesen sollte man E.B.s Kritik an den 60X60-„Netzwerkern“ als „Kunstunternehmern“ - Kritik an Machern privater Sammlungen und Stiftungen sowie Banken-Zuträgern im Kunstbetrieb. Markt-Klüngel aus Händlern/Galeristen mit Galerien-„Künstlerclans“ und Großsammler-Beratern; E
Werner Hahn
03:21
05 / 03 / 10 //
Selbstdarstellung mit Chaos, Unsinn & Beliebigkeit von Kunst?
„Macht zeigen" im DHM demonstriert, wie und warum sich die Mächtigen samt Höflingen (E.B.) gern mit „Kunst“ schmücken. Parallel zur Schau „Kunst als Herrschaftsstrategie" sollte über die Machenschaften der Herrschenden in Politik & Kunst-Kommerz diskutiert werden, die sich für Image-Kampagnen der Kunst bedienen. In einem der an den Wänden im DHM zu lesenden Sätze von Bazon BROCK heißt es, die Repräsentanten der Macht würden vor schwieriger (post)moderner Kunst "geradezu stolz" demonstrieren, "dass sie hinreichende psychische Stabilität besitzen, mit dem Chaos, dem Unsinn, den Beliebigkeiten in den Werken der Künstler spielend fertig zu werden". Wenn sich Mächtige für „Kunst“ mit Chaos, Unsinn, Beliebigkeit interessieren, heiß dies NICHT, dass es in deutschen Landen auch künstlerische Werke und Kunst-Theorien gibt, die Anti-Chaos, Anti-Unsinn und Anti-Beliebigkeit verkörpern und erkenntnistheoretisch für innovative transmoderne Kunst als „Kunst-Erneuerung“ (E. Beaucamp) plädieren. Die Debatte in der „Kunst-Krise“ interessiert weniger, ob Politiker „ihre hinreichende psychische Stabilität" unter Beweis stellen, mit „Kunst“-Chaos, -Unsinn und -Beliebigkeiten fertig zu werden. Das Thema Liebe zwischen Malerei und Politik bitte nicht oberflächlich behandeln. Das Thema „STAATS-Künstlertum in BRD & DDR ist öffentlich kritisch zu diskutieren! Das „art“-Kunstmagazin sollte Stellung beziehen. Unerträglich: Die Parade der Kunst-MARKT-Führer wird/wurde bevorzugt vom KULTUR-Staat der BRD gefördert. Auch der umstrittene Buchhandels-Friedenspreisträger KIEFER gehörte zu den 60/60-Schau MARKT-Vertretern, die eine „staatstragende“ deutsche Kunst- und „Kultur“-Landschaft mitgeprägt haben. Oft NICHT zum Guten! MERKEL sollte als „Staatskunst“-Fachfrau wissen, dass es in BRD & DDR auch Persönlichkeiten gab/gibt, die die deutsche Kunst/Kultur-Landschaft entschieden mitpräg(t)en. Die als Unabhängige von Staat&Markt Großes leiste(te)n.
Werner Hahn
03:35
05 / 03 / 10 //
Statt „Ästhetik der Sieger“: Ästhetik-des-kulturell-Besten
60/60 im Gropiusbau Berlin zeigte einen „Kanon“ der „Ästhetik der Sieger“, schrieb ein Kunstkritiker. Natürlich wurden die privat selektierten „Kunstwerke“ der bizarren 60/60-PROPAGANDA-Schau NICHT nur unter den „Bedingungen des Grundgesetzes“ (Art 5 Abs. 3 – GG-Kunstfreiheitsgarantie) geschaffen? (MERKEL-Legende!) Die These, dass allein „freie Kunst“ (Staatskunst) auch „gute Kunst“ sei“, ist zu widerlegen. Staatskunst-Formate schufen auch STAATS- Propagandisten in „Ostblock“-Staaten. Gegenständlich malende Staatskünstler bekamen Aufträge von DDR-Regierung und SED. Die ach so freie Kunst der BRD war und ist nicht selten von ästhetischen Dogmen beherrscht; vgl. documentas. Kultur gehört als Staatsziel ins GG. Die Kunst-„KRISE“ ist durch „Staat im Geist“ zu überwinden. Zur Kultur-und-Kunst-KRISE/Misere ist zu sagen: Mehr „Staat im Geiste“ benötigt das Museum heute. Mit Rauterberg von DIE ZEIT.fordere ich, dass „Qualitätsmaßstäbe“zu „überdenken“ sind. Eine dringende Alternative zu mehr Staatsgeldern und zu privater Einflussnahme durch mächtige Sammler!. Ein Problem sei z. B. das misslungene Dauerleihgabe-Verfahren durch ein Sponsoren-Zurückziehen; Beispiel Kunsthalle Hamburg - „Galerie der Gegenwart“. Eine innovative Museums-KULTUR – das KUNST-Sammeln als „intellektuelle Subversion“ sollte wieder ein „Zeichen der Subversion“ werden. „Die Sammlungen und frühen Museen der RENAISSANCE waren voll von Neuem“, kritisierte BLOM in dem ZEIT-Artikel „Schafft die Museen ab!“„Staat im Geiste“ (ZEIT) sollte m.E. meinen, dass die Macht der Macher des heutigen Kunstbetriebs transformiert und unterminiert werden. Dazu benötigt die Kunst-Szene eine reformierte, NICHT-private neue (seriöse) öffentliche Museums-KULTUR. Verschwinden muss die Dominanz des/r „Ewig-Gestrigen“ aus der „Kunst“-Vermittlung – NICHT das Museum!
Werner Hahn
03:51
05 / 03 / 10 //
NEGATIV-Beispiel USA: KOONS/ JOANNOU als öffentliche Ausstellungsmacher
Das „Wunderbare“ (schön oder hässlich) soll NICHT aus der Welt des Museums verbannt werden - der kulturellen Evolution wegen MUSS es gefördert, ausgestellt. Das Museum darf dabei seine Unabhängigkeit nicht aufgeben: Der Großsammler Dakis Joannou präsentiert in NY zusammen mit Freund Jeff Koons Werke aus seiner Sammlung; staatlich öffentlich gefördert! Siehe dazu Ute THONs art-Bericht/Bildergalerie. Eine der rund 40 Arbeiten von Kurator Koons aus der Joannou-Sammlung stellt Ausstellungsmacher-Neuling Koons aus. Und der Grieche sitzt dazu im Aufsichtsrat des Museums! Prominente Kunstmarkt-Stars thematisieren in NY in einem staatlichen Museum neben Sex auch „Evolution“. Kurator & Pop-Macher Koons stellt selbst seinen „schwimmenden Basketball“ in dem gemeinnützigen Museum - öffentlich gefördert –aus. Damit profitieren Kurator, Sammler & Händler von der Schau. Die Domäne Kunstgeschichte wird nun total privat „gekauft“ (FAZ). Schwerreiche, Sammler &„Zuhälter“ lenken zeitgenössische „Kunst“ - ohne öffentliche Kontrolle. Allein die unabhängigen (?) Medien können noch Deals wie zwischen Joannou/Koons und dem New Museum geißeln. Die Presse muss aufklären, wer die Macht im Kunstbetrieb hat: Museen und staatliche Kunsthallen überlässt man Privatsammlern mit Kunsthändlern und ihren kommerziellen Interessen. Dass eine korrupte Kunstwelt weiter negativ evoluiert, in der Karrieren vollkommen steuerbar werden und weiterhin stets dieselben „Stars“ auftauchen, ist bekannt: vgl. „Christianfriedrichflickcollection“. Ein NY-Witz: Das Thema „Evolution“ wird mit frühmenschlich behaarten Doppel-Nackedeis visualisiert: sog. „"Masters of the Universe". Die Fiberglasfiguren tragen die Gesichtszüge ihrer Erschaffer, des Künstlerduos Sue Webster und Tim Noble. Das internationale „Kunst“-Jetset segnete die Schau ab.Selbst Udo KITTELMANN war dabei: wichtiger Vertreter Berliner öffentlicher Institutionen! Eine unheilvolle Entwicklung im Kunstbetrieb!
