Guy Ben-Ner
Ikea-Video
Wie kommt man zu Privateigentum? Darf man es stehlen, muss man es kaufen? Wie erklärt man seinen Kindern, dass sie vor allem eine Investition in die Zukunft sind? Ist die Familie vor allem ein Zweckverband, Liebe nur ein Alibi und jede Ikea-Filiale jedermanns Zuhause?
Diesen und anderen besitzstandskritischen Fragen geht Guy Ben-Ner in seinem Video "Stealing Beauty" nach, das in verschiedenen Ikea-Filialen mit versteckter Kamera gefilmt wurde. Mit Frau und Kindern hat der israelische Künstler das Möbelhaus für jeweils eine kleine Szene besetzt, um zwischen Billy-Regalen, Klippan-Sofas und Möbelhausbesuchern familiäre Werte zu diskutieren, Eigentumsverhältnisse zu klären und territoriale Besetzungsstrategien zu hinterfragen.
Die Grenzen zwischen Privatsphäre und öffentlichem Raum haben den 1969 im israelischen Ramat Gan geborenen Künstler auch in Arbeiten wie "Selbstporträt als Familienvater" beschäftigt, mit dem er 2005 Israel bei der Biennale von Venedig vertrat, oder auch in "Ich gäbe es dir, wenn ich könnte, aber es ist nur geliehen" – einem Fahrradprojekt für die diesjährigen "Skulptur Projekte" in Münster.
Bei der Kunstfilmbiennale 2007 in Köln wurde "Stealing Beauty" unlängst mit dem ersten Preis prämiert. Bis zum 31. Januar ist Ben-Ners Film (im Original 17,4 Minuten, unten eine gekürzte Version) in der daadgalerie in Berlin zu sehen.