Akt Now!

Junge Aktfotografie

Akt Now: Ute Friederike Schernau
Ute Friederike Schernau: Aus der Serie "All About Eve (And Adam)"

AKT NOW: UTE FRIEDERIKE SCHERNAU

Es gehört zu den ältesten Themen der Kunstgeschichte: der Akt. Mehr denn je sind junge Künstler von der Darstellung der Nacktheit fasziniert. Unsere neue Serie "Akt Now!" präsentiert jede Woche die besten Aktbilder junger Fotografen. Diesmal: Sechs Fragen an Ute Friederike Schernau.
// ALAIN BIEBER

Frau Schernau, was reizt Sie an dem Thema Akt?

Ute Friederike Schernau: Auch wenn es altmodisch klingt: Natürlichkeit. Und Postfeminismus, gepaart mit einer guten Portion Voyeurismus. Ich möchte dem gängigen Schönheitsdiktat, der Computerretusche und den geschlechterbezogenen Darstellungsweisen etwas entgegensetzen. Außerdem: die intime Zusammenarbeit mit meinen "Modellen", der Moment der Aufnahme und später die Reaktion des Betrachters.

Wie weit würden Sie gehen? Gibt es Tabus?

Grundsätzlich experimentiere ich gerne. Ich war zum Beispiel schon nackt mit der Kamera am FKK-Strand unterwegs – zumindest eine interessante Erfahrung. Aber für mich gibt es auch Tabus: Gewalttätiges. Billiges. Beschämendes.

Wann wird ein Akt zum Kunstwerk?

Wenn das Aktbild die bewusste Entscheidung enthält, was dem Betrachter gezeigt wird, aber auch was ihm vorenthalten wird. Wenn es überrascht. Wenn es auf visueller Ebene die Kriterien eines guten Bildes erfüllt. Wenn es sich selbst nicht zu ernst nimmt. Achja, und dann muss es ja eigentlich auch noch im Museum hängen, habe ich irgendwo in einer dieser zahlreichen Definitionen gelesen...

Gibt es inspirierende Vorbilder?

Auf jeden Fall Gemälde! Ein Hauch Helmut Newton? Bilder aus der Lebensreformbewegung der zwanziger Jahre.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich außerdem?

Mit meinem Sohn.

Welches Projekt würden Sie gerne einmal realisieren?

Eine Arbeit über Frauen im Wochenbett, die zeigt, dass der Körper sich nicht nur während, sondern auch nach einer Schwangerschaft stark verändert. Und ein fotografisches Kinderbuch, weil ich die schon als Kind toll fand. Außerdem würde ich mein bestes Bild gerne erst mit 83 Jahren machen...

Steckbrief:
Hochschule/Ausbildung: FH Bielefeld, Diplom 2007 bei Katharina Bosse Preise/Stipendien/Nominierungen: Welde Kunstpreis 2005, Prix Leica 2006, Gruner und Jahr Award 2008, Shots Young Photographers Competition 2009 Alter: 31 Kontakt: Atelier, Hafenweg 31, 48155 Münster, Deutschland, look@ute-friederike-schernau.de, 0179/6745394

Nächste Ausstellung: Ute Friederike Schernau

Termin: 4. Dezember 2009, Eröffnungsausstellung in meinem neuen Atelier am Hafen in Münster, Hafenweg 31, 48155 Münster, 17 Uhr

http://www.ute-friederike-schernau.de

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