Harun Farocki

n.b.k.: Harun Farocki

Harun Farocki zählt zu den bedeutendsten Filmkünstlern der letzten 40 Jahre. Immer wieder gelang es dem 2014 verstorbenen Regisseur, der 2012 auf der documenta vertreten war, gerade politische Themen, wie z. B. Terrorismus oder Strafvollzug, spannend auf zu bearbeiten. Der Neue Berliner Kunstverein zeigt jetzt die erste groß angelegte Retrospektiv seines Werkes.

Harun Farocki, 2007

Nadira Husain

Galerie PSM: Nadira Husain

Dass verführerische Schönheit und kritische Reflexion sich nicht gegenseitig ausschließen, zeigt Nadira Husain in den neuen Räumen der Galerie PSM. In den farbenfrohen Bildern der französisch-indischen Künstlerin fügen sich Motive aus der Welt des Comics, indischer Mythologie und der abstrakten Kunst zu einem visuellen Universum, in dem u.a. das Verhältnis von Mensch und Umwelt zur Disposition steht.

Saadane Afif

Galerie Mehdi Chouakri: Saadane Afif

Ein intelligentes Crossover von Pop Musik und Kunst charakterisiert die Kunst des Franzosen Saadane Afif. Der Documenta-Teilnehmer von 2007 zeigt bei Mehdi Chouakri unter dem vielsagenden Titel "Goods"  unter anderem Poster, Schallplatten und Editionen – ein konzeptuelles Potpourri für Auge und Ohr!

Poster von Saadane Afif

art berlin

Neue Kunstmesse: art berlin

Auf dem Gelände eines ehemaligen Postbahnhofs gibt die aus der "abc" hervorgegangene Messe einen guten Überblick über Galerien-Kunst heute. Immerhin 110 nationale und internationale Galerien aus 16 Ländern sind auf der dieses mal von der Art Cologne organisierten Leistungsshow vertreten. Erstmals werden hier nicht nur junge Kunst, sondern auch "klassische Positionen" vorgestellt.

Julian Charrière, Crossroads III - First Light, 2016, bei Dittrich & Schlechtriem

Michael E. Smith

Galerie KOW: Michael E. Smith

Die skulpturalen Objekte des US-amerikanischen Künstlers Michael E. Smith erinnern an die Arte Povera ebenso wie an seltsam surrealen Großstadtrash. Die stets narrativ aufgeladenen, sensibel und scheu-zurückhaltend erzählenden Arbeiten haben vor allen ein Thema: die Verletzlichkeit unserer neoliberalen Zivilisation.

Installation von Michael E. Smith, KOW, Berlin, 2017

Willem de Rooij

KW-Berlin: Willem de Rooij

Der niederländische Künstler Willem de Rooij ist international bekannt für seine intelligent-konzeptuelle Kunstpraxis, die die Funktion von Bildern in unserer Postmoderne untersucht. Die KW Berlin zeigen eine klug kompilierte Auswahl seiner Arbeiten aus den letzten 20 Jahren – Mitdenken ist da gefragt!

Willem de Rooij: "Bouquet VI", 2010, 100 schwarze Tulpen, 100 weiße Tulpen, Vase, Sockel

Kunst gegen Rechts

Botschaft: Kunst gegen Rechts

In den Weddinger Uferhallen macht Berlins Offszene vor den Bundestagswahlen mobil gegen rechten Populismus. Unter dem Motto "No AFD" zeigen 21 Künstler Arbeiten, die Widerstand äußern und sensibilisieren wollen. Doch nicht nur politisch korrekt ist die Ausstellung, sie bietet auch die Möglichkeit noch unbekannte Namen zu entdecken.

Benedikt Braun: "Nach dem Dritten Reichts", 2009, 35 x 65 cm, zweifarbig, bedrucktes, schwarzes T-Shirt, Detail

Monica Bonvicini

Berlinische Galerie: Monica Bonvicini

Monica Bonvicini gehört seit den neunziger Jahren zu den wichtigen feministischen Künstlerinnen nicht nur in Deutschland. Immer wieder verknüpft sie in ihren Videos, Installationen und Bildern eine Kritik an die von Männern dominierte Sprache der Architektur mit einer Analyse der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft. Für die Berlinische Galerie entwarf sie eine raumfüllende Installation, die sich eindrucksvoll mit der Funktion der Fassade auseinandersetzt.

Monica Bonvicini, Hard String, 2017

Wilson Díaz

DAAD-Galerie: Wilson Díaz

Der kolumbianische Künstler Wilson Díaz ist eine echte Entdeckung, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Seit Mitte der neunziger Jahre thematisiert Díaz in seinen Videos, Performances und Malereien die politische Situation Kolumbiens und dessen Geschichte. In seiner Ausstellung "Chimera" setzt er sich in der DAAD-Galerie unter anderem mit dem Freizeitleben von Guerillasoldaten auseinander und zeichnet so ein unkonventionelles Porträt dieser Kämpfer.

Wilson Díaz, "Quimera", Ausstellungsansicht im Museo Tamayo, Mexico City

Asta Groeting

KINDL-Zentrum: Asta Groeting

Die Bildhauerin und Filmemacherin Asta Groeting überrascht in der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neu-Kölln mit ihren "Berlin-Fassaden". Dabei handelt es sich um in Silikon abgegossene Mauern mit Einschusslöchern aus dem 2. Weltkrieg. Da wird deutsche Geschichte zum eingefrorenen Bild, das das Innere der Schussbahn nach Außen kehrt und so die Greuel des Krieges so subtil wie sinnlich andeutet.

Asta Gröting: "Berlin Fassaden", 2016, Installationsansicht, Ausstellung im Maschinenhaus (M0) des KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin