Whitney Museum zeigt Calder-Mobiles

Ikonen in Bewegung

Alexander Calder transportierte die Kunst des 20. Jahrhunderts in eine neue Dimension. Er übersetzte die Bildsprache der europäischen Avantgarden in bewegte Objekte. Als "drawings in space" bezeichnete er seine abstrakten Mobiles. In New York werden die fragilen Schätze jetzt aus dem Winterschlaf geholt.
Ikonen in Bewegung

Alexander Calder: "Hanging Spider", um 1940, bemaltes Papier, Metall und Draht, 125,7 x 90,2 cm

Die berühmten Mobiles des US-Künstlers Alexander Calder (1898-1976) kommen dank des New Yorker Whitney Museums wieder in Bewegung. Ab Freitag zeigt das Museum im Süden Manhattans mehr als ein Dutzend der fragilen bunten Stücke, die dann mehrmals täglich von Museumsmitarbeitern händisch zum Schaukeln gebracht werden. Um die Kunstwerke zu schützen, werden Calders Werke heutzutage normalerweise meist statisch gezeigt.

"Man muss verstehen, wie die Werke konstruiert sind, wo die guten Stellen zum Anstoßen sind und wo man nicht anstoßen darf. Man muss die Balance der Werke verstehen", sagte ein Museumstechniker der Deutschen Presse-Agentur bei einer Vorbesichtigung, während er mit einer Art gigantischem Wattestäbchen ein von der Decke hängendes Mobile zum Schaukeln brachte.

 

"Man muss die Balance der Werke verstehen"

"Dieser Mann macht mich nervös", sagte Alexander Rower, Chef der Calder-Stiftung und Enkel des Künstlers. "Er macht das sehr bewusst und sehr gut, aber natürlich macht es mich trotzdem nervös. Manche von diesen Werken sind extrem fragil." Die Ausstellung sei "außergewöhnlich", sagte Rower, "denn sie schafft etwas, was bisher keine Schau geschafft hat, außer vielleicht zu Lebzeiten meines Großvaters: Sie zeigt die Werke echt."

Calder gilt als einer der bedeutendsten US-Künstler des vergangenen Jahrhunderts. "Aber für mich war er einfach mein Großvater, ich war 13 Jahre alt, als er starb", erinnert sich Rower. ""Komm, setz dich auf meine Knie, ich bastele dir mit einer Zange eine Skulptur aus Draht - so war er."

Calder: Hypermobility

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. Oktober im Whitney Museum, New York.

Zu folgenden Uhrzeiten werden die Mobiles von Alexander Calder in Bewegung versetzt:

  • Montag bis Donnerstag: 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr
  • Freitag: 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr, 19:30 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr
  • Samstag: zu jeder volle Stunde zwischen 11 und 20 Uhr
  • Sonntag: zu jeder volle Stunde zwischen 11 und 16 Uhr