Unna

Licht statt Bier: Im Ruhrgebiet kam alles Gute aus der Erde: Kohle und Bier. Deswegen kann man heute in den Gewölben einer stillgelegten Brauerei Lichtkunst wie an keinem anderen Ort erleben. Auf 2400 unterirdischen Quadratmetern erstreckt sich das 2001 eröffnete Zentrum für internationale Lichtkunst. Ein labyrinthisches Gängesystem führt in wunderbare Räume für das Licht. In der Finsternis finden sich Arbeiten von Keith Sonnier, Olafur Eliasson, James Turrell und anderen Meistern dieser Kunst.

Bochum

Bunker ohne Boros: Tief im Westen gibt es eine wahre Festung der Gegenwartskunst. 1990 setzte der Galerist Alexander von Berswordt-Wallrabe die ersten Bunker in einen Park, um dort maßgefertigte Riesenwerke von Maria Nordmann, David Rabinowitsch und Richard Serra zu installieren. Seitdem ist das Gelände kontinuierlich gewachsen, aber das Prinzip der Situation Kunst ist geblieben. Kunst Architektur und Landschaft ergeben eine Einheit. Am schönsten ist es in Nordmanns "Room with two doors", einem leeren Raum, in den aus zwei Türöffnungen unterschiedlich gefiltertes Tageslich fällt.

Neuss

Kunst im Paradies: Ein absolutes Unikum ist das 1987 von Karl-Heinrich Müller (1936-2007) eröffnete Museum Insel Hombroich, der hier seinen Traum verwirklichte, Kunst und Natur zu vereinen. Werke von Lovis Corinth, Yves Klein, Rembrandt oder Gotthard Graubner lassen in den lichtdurchfluteten Pavillons des Bildhauers Erwin Heerich (1922–2004) magische Begegnungen zwischen Betrachter und Kunstwerk zu. Selten sieht man Architektur, Natur und Kunst so einzigartig miteinander verwoben. 1994 kaufte der Düsseldorfer Sammler Müller die ehemalige Raketenstation in unmittelbarer Nachbarschaft hinzu und lud Architekten wie Tadao Ando, Oliver Kruse, Katsuhito Nishikawa und Alvaro Siza für die Bebauung ein. Neben zahlreichen Ausstellungen auf der Raketenstation, leben und arbeiten hier heute bildende Künstler, Literaten, Komponisten und Wissenschaftler.

Köln

Heilig und profan: 1853 wurde das Erzbischöfliche Diözesanmuseum in Köln gegründet: seit dem Umzug in den von Peter Zumthor entworfenen Neubau 2007 heißt es einfach nur Kolumba, und ist nicht nur wegen der anziehenden Unnahrbarkeit seiner Architektur einzigartig unter den deutschen Kunstmuseen. Es gibt jährlich nur eine Ausstellung in den puristischen Hallen, moderne Kunstwerke und sakrale Objekte stehen selbstverständlich nebeineinander und dürfen sich dank des Verzichts auf erklärende Tafeln ihre Mysterien bewahren. In den Neubau einbezogen sind die Ruinen der kriegszerstörten Kirche St. Kolumba und das Frühwerk des Kölner Kirchenarchitekten Gottfried Böhm, die Kapelle Madonna in den Trümmern, errichtet 1949/50.

Bonn

Leichte Republik: Dieses Haus ist das politische Gegenstück zu Ludwig Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie – die damit verglichen sogar etwas plump und protzig wirkt. Modern, weltoffen und bescheiden wollte Luwdig Erhard seinen Kanzlerbungalow und ließ sich von Sepp Ruf zwei ineinander verzahnte Flachdachquadrate mit Glasfassaden in die Rheinwiesen bauen. Die einzige Extravaganz, ein Swimmingpool im Innenhof des privaten Teils, trug diesen Höhepunkt der filigranen Sechziger-Jahre-Architektur einen schönen Spitznamen ein: Ludwigslust

Wuppertal

Festes Schuhwerk nicht vergessen: Tony Craggs Skulpturenpark Waldfrieden wurde steil in ein Gehölz mit dem schönen Namen Christbusch gehauen. In langen Serpentinen geht es bergauf, dann führen Wanderpfade zu Skulpturen von Richard Deacon, Thomas Schütte und Cragg selbst. Sogar ein "Fat House" von Erwin Wurm hat sich in die Höhe gewagt und bildet ein wunderbares gemischtes Doppel mit der Villa Waldfrieden. Franz Krause entwarf dieses Meisterwerk des organischen Bauens 1946 für einen Fabrikanten.