Güstrow

Engel der Geschichte: Die kleine Mecklenburger Residenz mit dem Renaissanceschloss nennt sich ganz offiziell "Barlach-Stadt". Dabei lebte der Expressionist hier nur von 1910 bis zu seinem Tod 1938. Im Nationalsozialismus waren seinee Werke verfemt. Heute widmet die Stadt dem Künstler gleich zwei Museen, in seinem Atelier-Wohnhaus und der gotischen Getrudenkapelle. Sein Hauptwerk aber findet sich im Dom: Der Schwebende, in der Nazizeit eingeschmolzen und 1953 neu gegossen, ist wohl das berührendste Kriegsopfer-Denkmal in Deutschland.

Halberstadt

Beim nächsten Ton ist es: Wie lange genau dauert "so langsam wie möglich"? Noch 625 Jahre, lautet die Antwort des John-Cage-Projekts. Bis zum Jahr 2640 läuft die Aufführung des Stücks "As Slow as Possible" auf der eigens dafür konstruierten Orgel in der romanischen Burchardikirche. Nur wenige Töne erklingen über einen extrem langen Zeitraum, der letzte Wechsel fand 2013 statt, bis 2020 hört man jetzt c, des, dis, ais und e.

Berlin

In der Tate Mini: In Berlin nennen sie St. Agnes jetzt schon "die kleine Tate Modern", Der profanisierte Sakralbau an der Alexandrinenstraße ist Brutalismus pur, errichtet nach Plänen von Werner Düttmann. 2012 wurde er von Galerist Johann König und seiner Frau Lena zu einem Kulturzentrum umgebaut. Neben der Galerie residieren hier eine Cafeteria, ein Kunstbuchverlag, die Reaktion eines Modemagazins und ein Architekturbüro. Hier gehen Kunst (Foto: Camille Henrot) und Rauputz perfekt zusammen.

Berlin

Noch etwas Tee? Ein Ort der Stille: Als Teil der Berliner Museums für Asiatische Kunst in Dahlem widmen sich die Ostasiatischen Smmlungen der Kunst Chinas, Japans und Koreas. In minimalistischen Vitrinen finden sich kostbare, jahrhundertealte chinesische Keramiken oder japanische Malerei und Schriftkunst. Im Jahr 2000 errichteten japanische Spezialisten den Teeraum "Bôki". Seither werden von einem Kulturverein regelmässig Teezeremonien angeboten.

Berlin

Der Künstler-Favorit: Nein, der Architekt des Berliner Schinkel-Pavillons hinterm Kronprinzenpalais Unter den Linden war nicht jener berühmte preußische Baumeister, sondern der Bauhäusler Richard Paulick. Er errichtete 1969 diesen seltsamen Zwitter von Historismus und Ost-Moderne als Gästehaus der DDR-Hauptstadt. Seit 2007 beherbergt er einen privat initiierten, von der Künstlerin Nina Pohl kuratierten Ausstellungsort. Künstler lieben diesen Raum. Hier präsentierten schon Isa Gentzken, Thomas Scheibitz, Cyprien Gaillard oder Gelitin ihre Werke.