Lübeck

Pfeffersäcke mit Glanz: Die Hansestadt hinterm Holstentor war mal eine Weltmetropole. Dass das schon etwas her ist, spürt man in den krummen Gassen sofort. Aber jetzt setzt Lübeck zum großen Wurf an und präsentiert im wundervollen neuen Museumsquartier St. Annen Schauen von der Glanzzeit der Hanse bis heute. Im Mittelpunkt: Der fünfteilige Passionsaltar von Hans Memling, der als Prunkstück der Lübecker Sammlungen gilt.

Hamburg

Das Schimmel-Haus: Wer wissen will, wie gut Schimmelbilder und Schokoladenbüsten in einen bürgerlichen Haushalt passen, muss die Villa des Hamburger Sammlers Philipp Buse besuchen. Der Jurist war ein enger Freund von Dieter Roth (1930–1998) und bot ihm sein Haus in der Abteistraße als Wirkungsstätte an. Der Kunstprovokateur revanchierte sich mit eigenwilligen Werken, die er vor Ort installierte. Heute ist die vierstöckige Villa ein einzigartiges Privatmuseum, in dem Roths Geist noch lebendig ist. Besichtigungen nach Terminabsprache mit der Dieter Roth Foundation.

Hamburg

Schwierig, aber cool: Harald Falckenberg ist nicht vom Typ der Koons-Hirst-Richter-Prunksammler. Stattdessen begeistert er sich für subversive, sperrige Werke von Jonathan Meese (Foto), Mike Kelley und Hanne Darboven, die als Sammlung Falckenberg in den alten Phönixwerken in Hamburg-Harburg perfekt präsentiert werden. Der Sprung von der City auf die andere Elbseite kostet ein bisschen Anlauf, kann aber zum Erweckungserlebnis für schwierige Kunst werden. Besuch nur Donnerstag bis Sonntag nach Anmeldung.

Bremen

Im Klangrausch: Großzügige Leere empfängt den Besucher im Klanghaus der Bremer Weserburg. Doch sobald man den hellen Raum hoch über der Weser durchschreitet, füllt er sich mit impostantem Rauschen. Acht interaktive Klangszonen wurden hier bei der Museumseröffnung 1991 vom Komponisten, Intermediakünstler und umtriebigen Radio-Bremen-Musikchef Hans Otte installiert. Die Zukunft der riesigen, teuer zu unterhaltenden Weserburg ist derzeit ungewiss, doch Ottes Klanglabor unter dem Dach der ehemaligen Tabakfabrik und Kafeerösterei hält vorerst die Stellung.

Hildesheim

Jerusalem leuchtet: Als der Hildesheimer Bischof Hezilo vor gut 1000 Jahren den Sehnsuchtsort Jerusalem als gewaltigen, über sechs Meter breiten Ringleuchter aus Kupfer und Gold symbolisch nachbilden ließ, hatten Schiiten in der realen Stadt das Sagen und die Kirche über dem Grab zerstört – was die Erlösungsmagie des Leuchters auch kreuzzugpolitisch auflud. Seit der Restaurierung des Mariendoms hängt er wieder schimmernd im Langhaus – und das nebenan neu eröffnete Dommuseum präsentiert die übrigen einzigartigen Kirchenschätze.

Münster

Museum für Entdecker: Münster hat seit dem letzten Jahr ein wunderbares Kunsthaus, an dem nur der Name fürchterlich ist: LWL-Museum, nach dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Das Haus ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man ohne ein Haupt- oder Weltkunstwerk zu besitzen, einen faszinierenden, inspirierenden Runfgang durch regionale Kunst der Jahrhunderte inszeniert.

Bad Rothenfelde

Kino in bester Luft: Kunstkino auf 1000 Meter langen Schwarzdornwänden. Das ist doch allein schon ziemlich spektakulär. Doch die Lichtsicht-Biennale im niedersächsischen Kurort ist auch noch gut für die Bronchien. Einfach tief durchatmen, während man sich die Filme internationaler Kunststars wie William Kentridge oder Robert WIlson anschaut. Die werden nämlich auf die Gradierwönde des stillgelegten Salzwerks projiziert, durch die immer noch salzhaltiges Wasser rieselt. Kuratiert wird das alle zwei Jahre stattfindende Kunstfestival von ZKM-Chef Peter Weibel. Der Besuch ist kostenlos.