Record > Again!
ZKM Karlsruhe
ZURÜCKGESPULT
Sie waren verblasst, vergessen oder verschollen. Für "Record>Again!", den zweiten Teil des Ausstellungsprojekts "40 Jahre Videokunst", hat das ZKM Karlsruhe Videoarbeiten ausgegraben, die seit langem in Museumsdepots und Künstlerateliers ruhten und nicht oder noch nie zu sehen waren.
So wurde der wertvolle Inhalt von Kassetten im Ein- bis Viertel-Zoll-Format, deren Abspielgeräte nicht mehr existieren oder defekt sind, gerettet. Wolf Kahlens Arbeit "Schafe" auf sechs Monitoren wird erstmals seit 1976 wieder präsentiert und zeigt Schafe, die die Buchstaben S, C, H, A, F und E abgrasen. Gerd Conradt und Michaela Büscher haben 1985 Gretchen Dutschke interviewt; 1977 wurde dokumentiert, wie Anna Oppermann ihren Beitrag für die Documenta 6 fertigte.
Walter Schröder-Limmer: "Debatte", 1977/1978
Auch zu sehen sind Joseph Beuys' berühmter Boxkampf, der er 1972 auf der Documenta 5 veranstaltete, Videosynthesizer-Arbeiten von Walter Schröder-Limmer, so wie bisher unveröffentlichtes Videomaterial des "Festivals Genialer Diletantten" von 1981 im Berliner Tempodrom.
HA Schult: "Medienhaus Ruhrtour", 1978
Die Videoarbeiten wurden im Labor für antiquierte Videosysteme zum Teil aufwändig rekonstruiert und digitalisiert – was nur möglich war, weil das ZKM auch historische Abspielgeräte besitzt. Bei der Ausstellung werden die Arbeiten nicht auf modernen Monitoren gezeigt, sondern auf alten Röhr-Bildschirmen. "Die Künstler haben damals unter abenteuerlichen Umständen produziert", sagt Projektleiter Christoph Blase, "sie waren ja Videoamateure." Eine Studienedition wird mehr als zehn DVDs umfassen.
"Record > Again! - 40jahrevideokunst.de - Teil 2"
Termin: bis 6. September, ZKM, Karlsruhe.

