Künstler der Venedig Biennale 2017

Erwin Wurm, Brigitte Kowanz

Im österreichischen Pavillon dreht sich mit Erwin Wurms »One Minute Sculptures« und Brigitte Kowanz' Lichtinstallationen alles um den erweiterten Skulpturbegriff
Erwin Wurm, Brigitte Kowanz

Ein Lastwagen mit Aussichtsplattform als begehbare Skulptur von Erwin Wurm

Der österreichische Pavillon ist traditionell geheimnisumwoben, alles ist auf den großen Effekt bei der Eröffnung ausgerichtet, fast kein Künstler lässt sich zuvor in die Karten schauen. Auch Erwin Wurm (*1954) nicht, Österreichs populärster lebender Künstler, der von Kommissarin Christa Steinle gemeinsam mit der Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz (*1957) ausgewählt wurde. Eines kann man jedoch mit einiger Gewissheit voraussagen: Wurms Beitrag wird sicher einer der meistfotografierten Beiträge dieser Biennale werden. Zwei große Skulpturen, eine begehbare im Außen-, eine im Innenbereich, sollen genauso zur Partizipation einladen wie auch ein Setting an Podien und Requisiten, auf und mit denen die Besucher gewissen Handlungsanweisungen folgen sollen. Die dann gefilmt und ins Internet übertragen werden.

Erwin Wurm, Brigitte Kowanz

Brigitte Kowanz' zeigt ihre Installationen aus Spiegeln und Neonlicht

"One Minute Sculptures" ist der Begriff für diese von Wurm seit rund 20 Jahren entwickelte spektakuläre Erweiterung der Skulptur in den Handlungsraum. Bisher waren es oft ironische bis komische Posen, die man einnehmen sollte. Diesmal, so Steinle, sei Wurm einen Schritt weiter- gegangen, und zwar von der performativen zur sozialen Skulptur. Stichwort: Migration. Das Lachen wird einem wohl im Halse stecken bleiben. Raum zum Denken bietet auch Brigitte Kowanz mit ihrem zentral an den ­Pavillon angebauten "Light Space" mit dem Titel Infinity and Beyond, den sie mit ihrem seit 30 Jahren erprobten Instrumentarium bespielt: Spiegeln, weißem Neonlicht, Morsecodes. Auch das ein wesentlicher, originärer Beitrag zum erweiterten Skulpturbegriff.

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