Durch ihre präzise, neusachliche Malweise und ihre Anlehnung an die Meister der Renaissance galt Anita Rée bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren als wichtige Malerin der Avantgarde.

Anita Rée: "Hildegard Heise", um 1928, Öl auf Leinwand, 40,5 x 35,5 cm, Hamburger Kunsthalle

Das Gemälde "Weiße Bäume" malte Anita Rée während ihres Aufenthalts in Italien. Es gehört zu den wohl schönsten ihrer Positano-Ansichten.

Anita Rée: "Weiße Bäume", 1922–1925, Öl auf Leinwand, 71 x 80,5 cm, Hamburger Kunsthalle

 

 

Dass die Künstlerin auch erotisches Interesse an Frauen hatte, zeigen viele intime Frauenakte und ein Briefwechsel mit ihrer Geliebten.

Anita Rée: "Spanierin", 1930, Öl auf Leinwand, Ketterer Auktionen, Privatbesitz Ebenhausen

Ihre oft stark reduzierten, auf jegliches Dekor verzichtenden Porträts zeigen Menschen unterschiedlichster Herkunft, von Damen und Herren der Gesellschaft, über junge Mädchen und südländische Frauen bis hin zu sich selbst.

Anita Rée: "Junger Chinese", 1919, Öl auf Leinwand, 75 × 60,5 cm, Kunsthalle Hamburg

Zeitlebens beschäftigte die Malerin die existentielle Frage nach der eigenen Identität.

Anita Rée: "Selbstbildnis", 1912/13, Kohle und Aquarell, 44,5 x 32 cm, Hamburger Kunsthalle

Gustav Pauli, der damalige Direktor der Hamburger Kunsthalle, war ein Freund der Malerin und ein beherzter Förderer junger Kunst.

Anita Rée: "Bildnis Gustav Pauli", undatiert, Öl auf Leinwand, 71 x 60 cm, Kunsthalle Bremen

Von der kubistischen Malerei inspiriert sind ihre Bilder von klaren Linien und geometrischen Formen geprägt.

Anita Rée: "Schlucht bei Pians", 1921, Öl auf Leinwand, 80 × 61,5 cm, Hamburger Kuntshalle

Welt- und Zukunftsängste plagten Anita Rée ihr Leben lang, auf Selbstporträts stellte sie sich oft als Zweifelnde, Melancholische, Fremde dar.

Anita Rée: "Selbstbildnis", 1915, Öl auf Leinwand auf Pappe, 28,5 x 25,8 cm

Etliche Leute aus kultivierten Kreisen ließen sich von der talentierten, aber etwas ungewöhnlichen und kapriziösen Dame porträtieren.

Anita Rée: "Bildnis Dr. Malte Wagner", 1920, Öl auf Karton, 100,5 × 69,5 cm, Privatsammlung, USA

Ein junges Mädchen sitzt mit Zitronen vor üppig wuchernden Pflanzen: Die Kritiker begeisterten sich für das Gemälde der kleinen "Teresina", das Gustav Pauli für die Hamburger Kunsthalle erwarb.

Anita Rée: "Teresina", 1925, Öl auf Leinwand, 80,5 x 60 cm, Hamburger Kunsthalle

Anita Rée: "Blinder", 1922-1925, Aquarell auf Papier montiert auf Karton, 63,8 × 50,5 cm, Privatsammlung, Norddeutschland

Mit ihrem erotischen Selbstporträt “Halbakt vor Feigenkaktus“ schuf Anita Rée eine Momentaufnahme der wohl unbeschwertesten Zeit ihres Lebens.

Anita Rée: "Halbakt vor Feigenkaktus (Selbstbildnis)", 1922-1925, Öl auf Leinwand, 66 x 53,3 cm, Hamburger Kunsthalle

Die Sylter Dünenlandschaft malte Rée während ihrer letzten Lebensjahre. Aus finanziellen Gründen verzichtete sie auf Ölfarben und bevorzgte Aquarelle.

Anita Rée: "Dünenlandschaft", 1932, Aquarell auf Papier, 24,8 x 29,3 cm, Villa Grisebach Auktionen

Kurz bevor sie sich das Leben nahm, schrieb sie in einem Brief an ihre Schwester: "Welchen Sinn hat es, ohne Familie und ohne die einst geliebte Kunst und ohne irgendeinen Menschen in so einer unbeschreiblichen, dem Wahnsinn verfallenen Welt weiter einsam zu vegetieren und allmählich an ihren Grausamkeiten innerlich zugrundezugehen?"

Anita Rée: "Selbstbildnis", um 1930, Öl auf Leinwand, Kunsthalle Hamburg

Zum Artikel: Künstlerporträt Anita Rée: Zwischen Glück und Verzweiflung