Medusa – Schmuck und Tabu

Dekorativ bis provokant

Ob Schmuck von bildenden Künstlern am Körper zu tragende Kunst ist, zeitgeistiges Modeaccessoire oder Symbol für Individualität und sozialen Status, darüber wurde schon viel diskutiert. Eine alte Debatte, welche einer Pariser Ausstellung mit rund 400 Exponaten nicht lösen, aber befeuern will.
Dekorativ bis provokant

Henryk Kaston: Reproduktion eines Werks von Salvador Dalí, Brosche "Ruby Lips", 1970-80

Schmuckstücke von wichtigen Künstlern wie Louise Bourgeois, Lucio Fontana oder Niki de Saint Phalle, aber auch Beispiele sogenannter »primitiver« Gesellschaften werden präsentiert, von prähistorischen oder nichtwestlichen Zivilisationen bis zum zeitgenössischen Punk.

Kostbare Klunker von Juwelieren wie Cartier oder Buccellati, aber auch Kreationen von zeitgenössischen Schmuckdesignern wie Otto Künzli oder Sophie Hanagarth beweisen, wie etwa das Avantgarde-Denken einer Meret Oppenheim nicht nur an formalen Konventionen, sondern auch provokant an Klischeebildern von Weiblichkeit rüttelte. Oder wie die Surrealisten von Man Ray bis Salvador Dalí ihre künstlerische Eroberung des Paradoxen und Unterbewussten in Körperkunst umsetzten und so konventionelle Formen ebenso kurzschlossen wie symbolische und soziale Funktion.

Schmuck kann seine Träger so anziehend wie abstoßend machen – wie das furchterregende Antlitz der Medusa. In den thematischen Kapiteln Genre, Wert, Körper und Ritual, ergänzt durch 15 Installationen, wird gezeigt, wie die Diskussion um das Pro und Kontra von Schmuck immer wieder durch neue Ideen gefüttert wurde – Ideen, die häufig aus der bildenden Kunst kamen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 39,90 Euro.

Medusa – Schmuck und Tabu
Etwa 300 Objekte von Künstlern wie Meret Oppenheim, Man Ray oder Pablo Picasso, die sich an der Grenze zwischen Schmuck und Kunstwerk bewegen
Musée d’Art moderne de la Ville de Paris ,  Paris
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