Eugène Delacroix

Liberté, Égalité, Fraternité: Entschlossen wendet sich Marianne, Nationalfigur der Franzosen und Symbol für die Freiheit, mit aufforderndem Blick den aufständischen Bürgern hinter ihr zu, die Trikolore siegessicher in die Höhe streckend. Das Bild verarbeitet die Barrikadenkämpfe in Paris am zweiten der drei Revolutionstage während der Julirevolution von 1830. Eugène Delacroix schuf mit seinem Gemälde "Die Freiheit führt das Volk an" eines der wohl berühmtesten Sinnbilder für den Kampf um Menschen- und Bürgerrechte.

Eugène Delacroix: "Die Freiheit führt das Volk", 1830, Öl auf Leinwand, 260 x 325 cm, Louvre, Paris

Henri Rousseau

Aus der Ferne: In friedlicher Abendstimmung thront der Eiffelturm als Wahrzeichen des Landes über der in rötliche Farben getauchten Seine. Der autodidaktische Maler Henri Rousseau liebte klare Konturen und starke Kontraste ohne Übergänge.

Henri Rousseau: "La tour Eiffel", 1898, 52,4 x 77,2 cm, Museum of Fine Arts, Houston

Louis-Emile Durandelle

Halbzeit: Im Zuge der Industrialisierung und der neuen technischen Möglichkeiten kam der Trend auf, möglichst hohe Bauwerke zu errichten – so auch in Paris. Der Bau des Eiffelturms dauerte zwei Jahre und wurde von dem Fotografen Louis-Emile Durandelle begleitend dokumentiert.

Louis-Emile Durandelle: Foto des noch unfertigen Eiffelturms, 1888

Auguste Renoir

Ein Fest für die Sinne: Ausgelassen tanzen und feiern die Menschen hier in dem Stadtviertel Montmartre. Die warmen Pastellfarben und hellen Lichtpunkte scheinen regelrecht mitzutanzen und untermalen die lebendige Atmosphäre des Bildes. Als einer der großen Impressionisten wusste Auguste Renoir, Stimmungen in seinen Bildern einzufangen.

Auguste Renoir: “Tanz im Moulin de la Galette“, 1876, 131 x 175 cm, Musée d’Orsay, Paris

Camille Pissarro

Alles im Blick: Renoirs guter Freund Camille Pissarro hatte es ebenfalls verstanden, seine Eindrücke in impressionistischer Manier festzuhalten. Dieses Bild entstand im Jahr 1898, während sich der Künstler im Gran Hôtel du Louvre aufhielt. Von seinem Fenster aus hatte er Ausblick auf die Avenue de l’Opéra, die er an jenem Wintervormittag so stimmungsvoll malte.

Camille Pissarro: “Die Avenue de l´Opera an einem sonnigen Wintervormittag“, 1898, 65 x 81 cm, Musée des Beaux-Arts, Reims

Ai Weiwei

Perspektivwechsel: Ai Weiwei streckt seinen linken Arm mit erhobenem Mittelfinger dem Eiffelturm entgegen. Sind die Zeiten der Paris-Nostalgie etwa vorüber?

Ai Weiwei: "Study of Perspective - Eiffel Tower", Paris, 1997

Henri Matisse

Blaue Stunde: Auch Henri Matisse, Wegbereiter des Fauvismus, genoss eine fabelhafte Aussicht. Er hatte sich 1895 in einem Studio gegenüber von Notre Dame einquartiert und malte das Motiv der Kathedrale und der umliegenden Szenerie über mehrere Jahre hinweg. Das Werk von Matisse ist getragen von einer flächenhaften, kräftigen Farbgebung und spannungsgeladenen Linien - Merkmale, die immer wieder in Bildern der fauvistischen Bewegung auftauchen.

Henri Matisse: “Notre Dame an einem späten Nachmittag", 1902, Öl auf Papier, 72,5 x 54,5 cm, Albright-Knox Art Gallery, Buffalo

Gustave Caillebotte

Neues Paris: Im Auftrag des französischen Kaisers baute der Stadtplaner Georges-Eugène Haussmann Mitte des 19. Jahrhunderts die aufstrebende Welt-Metropole Paris nach klassizistischem Vorbild um. Breite Boulevards und große Avenuen sollten von nun an das Satdtbild bestimmen. Mittels Weitwinkeloptik verstärkt Gustave Caillebotte den Eindruck dieser neuen städtebaulichen Großzügigkeit.

Gustave Caillebotte: “Straße in Paris, an einem regnerischen Tag“, 1877, Öl auf Leinwand, 212,2 x 276 cm, Art Institute of Chicago

Edouard Manet

Momentaufnahme: Vor dem Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare, auf dem gerade eine dampfende Eisenbahn einfährt, malt Edouard Manet eine elegant gekleidete Dame in Begleitung eines Mädchens. Bei der Frau mit dem nachdenklichen Blick handelt es sich um das letzte Porträt seines Lieblingsmodells Victorine Meurent, mit der der französische Maler eine langjährige Beziehung führte.

Edouard Manet: “Die Eisenbahn“, 1872/73, Öl auf Leinwand, 93,3 x 111,5 cm, National Gallery of Art, Washington D.C.

 

Vincent van Gogh

Unkonventionelles Milieu: Das Stadtviertel Mont­martre bildete den künst­le­ri­schen Nähr­bo­den für Maler, Dich­ter, Lite­ra­ten und Kompo­nis­ten. Dort fanden sie – jenseits des mondän umgestalteten Zentrums von Paris – erschwinglichen Wohnraum und den gegenbürgerlichen Lebensstil der Bohèmiens. Auch Vincent van Gogh, der das städtische Treiben grundsätzlich verabscheute, fand im dörf­lich wirken­den Montmartre ein belieb­tes Sujet.

Vincent van Gogh: "Blick auf Paris vom Montmartre", 1886, Öl auf Leinwand, 38,5 × 61,5 cm, Kunstmuseum Basel

Georges Seurat

Begründer des Pointillismus: Steif und leblos wirken die Figuren an jenem Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte, selbst der Mops im Vordergrund scheint mitten im Sprung erstarrt. Im Gegensatz zu seinen impressionistischen Malerkollegen interessiert George Seurat weniger die stimmungsvolle Momentaufnahme als die wohldurchdachte Komposition des Bildes mit klaren, voneinander abgesetzten Farben.

Georges Seurat: "Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte", 1884-1886, Öl auf Leinwand, 207,6 × 308 cm, Art Institute of Chicago

Maximilien Luce

Alltag am Ufer der Seine: Georges Seurat war mit seiner Technik der Farbtrennung ein Vorbild für viele Künstler, so auch für Maximilien Luce. Mit feinen, nebeneinander gesetzten Pinselstrichen hält der gebürtige Pariser die Alltagsatmosphäre um Notre Dame fest. Jenseits von Raum und Zeit überragt die leuchtende Kathedrale das vergängliche, geschäftige Treiben der Menschen.

Maximilien Luce: "Der Quai Saint-Michel und Notre-Dame", 1901, Öl auf Leinwand, Musée d'Orsay, Paris

Henri de Toulouse-Lautrec

Die Nacht zum Tage machen: Henri de Toulouse-Lautrec liebte das Pariser Nachtleben. So ist es nicht verwunderlich, dass seine Motive stets um das frivole und bunte Treiben der Variétes und Cabarets kreisen, wie hier im berühmten Moulin Rouge in Montmartre. Seine Neigung für die ausschweifende Trink- und Feierkultur kostete ihn schließlich das Leben - mit nur 36 Jahren starb er an den Folgen seines schweren Alkoholkonsums.

Henri de Toulouse-Lautrec: "At the Moulin Rouge, the Dance", 1890, Öl auf Leinwand, 115,6 x 149,9 cm, Philadelphia Museum of Art

Claude Monet

Realistisch gesehen: Die Wiedergabe der Licht- und Schattenspiele auf dem Platz vor der spätgotischen Pfarrkirche Saint-Germain-l'Auxerrois zeigt bereits, dass Claude Monet ein gutes Gespür für Farben hatte. Wenn man jedoch an seine späteren, verträumten Werke wie die Seerosenbilder denkt, wirkt dieses Gemälde geradezu untypisch für den leidenschaftlichen Impressionisten. 

Claude Monet: "Saint-Germain-l'Auxerrois Paris", 1867, Öl auf Leinwand, 79 × 98 cm, Alte Nationalgalerie, Berlin

 

Edvard Munch

Guter Dinge: Auch Edvard Munchs unbeschwerte, farbenfrohe Darstellung der "Seine bei Saint-Cloud" überrascht - so zeichnen sich die bekanntesten Werke des norwegischen Malers durch düstere, oft melancholische Themen aus. Vielleicht wirkte die malerische Szenerie und heitere Lebendigkeit der französischen Hauptstadt auch auf den von Depressionen geplagten Munch ansteckend.

Edvard Munch: "Die Seine bei Saint-Cloud", 1890, Öl auf Leinwand, 46 x 38 cm, Munch Museum, Oslo