Die merkwürdigsten Museen der Welt

Eiscreme, Sex und Socken

Keine Lust mehr auf die alten Ölschinken im Louvre, steife Skulpturen in den Uffizien oder langweilige Fotografie im Metropolitan Museum of Art? Die merkwürdigsten Museen den Welt bieten Abwechslung!
Eiscreme, Sex und Socken

Museum of Ice Cream, Los Angeles, USA

Museum of Sex
Mitten auf der New Yorker Fifth Avenue befindet sich das Museum of Sex, in dem sich alles um die kulturelle Bedeutung von Sexualität dreht. Auch in diesem Museum finden Besucher Kunstwerke, historische Objekte oder zeitgenössische Dokumente vor – allerdings oft ziemlich frivol und mitunter FSK 18.

Das Sexmuseum umfasst eine wissenschaftliche Bibliothek sowie eine Medienbibliothek, die sowohl Forschungsdokumente als auch Porno beinhalten, ebenso wie eine Sammlung mit mehr als 15.000 Objekten, unter anderem Fotografien und Gemälde, Kostüme oder technische Gerätschaften.

Museum of Sex, 233 Fifth Avenue, New York, NY 10016, USA

Eiscreme, Sex und Socken

Jack Owen: "He Was a Friend of Mine", Wasserfarbe auf Papier, 24” x 18”, gefunden in einem Bostoner Gebrauchtwarengeschäft

 

Museum of Bad Art – Boston, USA
Das Museum der Schlechten Kunst hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunstwerke zu bewahren, die viel zu hässlich sind, um ignoriert zu werden. Gegründet 1993 präsentierte das Museum zunächst noch Geschmacksverirrungen auf Papier und Grauenhaftes auf Leinwand in einem privaten Keller. Mittlerweile konnte das Museum expandieren und zeigt an drei Orten rund um Boston je 20 bis 40 Werke aus seiner 600 Objekte umfassenden Sammlung. Das Kunstmuseum fühlt sich moralisch verpflichtet, neue Wege der Kreativität öffentlich zugänglich zu machen und qualitativ hochwertige schlechte Kunst einem größeren Publikum zu präsentieren. Gezeigt werden dabei nicht nur die Arbeiten von talentierten Künstlern, deren Werke komplett daneben gegangen sind. Auch die Bilder von Amateuren finden in der Sammlung ihren Platz, insofern sie die hohen Standards des schlechten Geschmacks erfüllen.

Museum of Bad Art (MOBA), Somerville Theatre, 55 Davis Square, Somerville MA 02144, USA Brookline Interactive Group, 46 Tappan St., Brookline, MA 02445, USA New England Wildlife Center, 500 Columbian St., South Weymouth, MA 02190, USA

Museum of Broken Relationships – Zagreb, Kroatien
Das Museum of Broken Relationships wurde 2006 in Zagreb gegründet, um die Geschichten gescheiterter Beziehungen zu dokumentieren. Es schildert subjektive Erfahrungen von Liebe und davon, wie diese wieder zerbrach. Die Sammlung des Museums besteht aus persönlichen Gegenständen und Berichten, die von jedem anonym eingeschickt werden können. Dahinter steht die Idee, durch Kreativität den eigenen Schmerz zu überwinden, den eine Trennung von einem geliebten Menschen verursacht. Mittlerweile haben sich hunderte an Herzschmerz Leidende an dem Projekt beteiligt, Erinnerungsstücke eingesandt oder online ihre Trennungsgeschichten geschildert.

Museum of Broken Relationships, Ćirilometodska 2, 10000, Zagreb, Kroatien

Eiscreme, Sex und Socken

Museum of Ice Cream, Los Angeles, USA

Museum of Ice Cream – Los Angeles, USA
Das amerikanische Museum of Ice Cream sorgte 2016 zunächst in New York für Furore, unter anderem mit einer riesigen Eiscreme-Sandwich Schaukel, Eiswaffel-Lichtern und einer Eislöffel-Wippe. Im April 2017 eröffnete das Museum nun an einem zweiten Standort in Los Angeles. Das Museum in L.A. zeigt zehn Kunstinstallationen, natürlich wieder zum Thema Eiscreme. Highlights sind ein mit Millionen bunten Plastikstreuseln gefüllter interaktiver Swimmingpool und ein Labyrinth aus geschmolzenen Eis am Stiel. Selbstverständlich darf im Museum auch verkostet werden.

Museum of Ice Cream, 2018 E 7th Place, Los Angeles CA 90021, USA

Musée d’Art Fantastique – Brüssel, Belgien
Das Museum der Fantastischen Kunst wurde 1989 als „Maison Bis-Art Bizarre“ ins Leben gerufen. Zunächst waren die Ausstellungen noch Teil eines Sommerprogramms für Jugendliche in einem Kulturzentrum in Etterbeek, doch über die Jahre entwickelte sich das Projekt zu einem Museum für die Kunst des Fantastischen. 2002 eröffnete das Museum an seinem heutigen Standort in der Rue Américaine in Brüssel. Seitdem stehen hier Werke von Bosch, Breughel, De Ghelderode, Delvaux, Magritte, Rops oder Hergé im Mittelpunkt. Zu den Museumshighlights zählt zudem eine schauderhafte Meerjungfrau-Mumie, der Raum der 1.000 Schubladen oder ein Steampunk-Roboter als Selfie-Partner.

Musée d'Art Fantastique, 7, Rue Américaine, 1060 Brussels, Belgium

Eiscreme, Sex und Socken

Twitter Peak, Museum of Failure, Schweden

Museum of Failure – Helsingborg, Schweden
Misserfolge sind die Grundlage jeder Innovation. Während die meisten Museen nur erfolgreiche Erfindungen der Geschichte präsentieren, setzt sich das schwedische Museum des Misserfolgs mit der Kunst der Fehlschläge auseinander. Die Sammlung des Museums umfasst rund 60 gescheiterte Produkte und Projekte, wobei jedes Exponat einen anderen Blick auf das Scheitern offenbart. Das Museum, das im Juni 2017 in Helsingborg eröffnen wird, widmet sich technischen Rohrkrepierern, wie etwa Google Glasses oder Sony Betamax. Aber auch Produkte wie das Harley-Davidson Parfüm oder Coke Blak, ein Cola-Getränk mit Kaffeegeschmack, finden ihren Platz in der Ausstellun. Inspiriert wurde der Gründer des Museums des Misserfolgs übrigens durch das Museum of Broken Relationships.

Museum of Failure, Södergatan 15, Helsingborg, Schweden

Deutsches Zusatzstoffemuseum – Hamburg, Deutschland
Ob es nun am zunehmenden Erfolg der Slow Food Bewegung liegt oder am steigenden Interesse an Bio-Lebensmitteln – viele Menschen hinterfragen zunehmend, was genau sich eigentlich in ihrer Nahrung befindet. Dass vor allem Fertigprodukte häufig Zusatz- und Konservierungsstoffe beinhalten oder mit Geschmacksverstärkern und Farbstoffen aufpoliert werden, darüber informiert das 2008 eröffnete Deutsche Zusatzstoffemuseum in Hamburg. Das Museum thematisiert, wie bereits seit dem Mittelalter Lebensmittel manipuliert wurden, um deren Verkauf zu steigern. Besucher können in die Vielfalt zeitgenössischer Zusatzstoffe wie Glutamat oder Polyglycerinester eintauchen, lernen das 1x1 der E-Stoffe kennen oder können durch das Lexikon der Zusatzstoffe blättern.

Deutsches Zusatzstoffemuseum, Großmarkt / Auf der Brandshofer Schleuse, 20097 Hamburg, Deutschland

Eiscreme, Sex und Socken

Hahn, figürlicher Sarg aus Ghana, Paa Joe, um 1996

Museum für Sepulkralkultur – Kassel, Deutschland
Gestorben wird immer, das sichert nicht nur Bestattungsunternehmern ihr Auskommen. Auch das Museum für Sepulkralkultur erfreut sich dank dieses Umstands anhaltender Relevanz. Das 1992 eröffnete Museum widmet sich dem Tod sowie der Trauer- und Begräbniskultur, ganz nach dem Motto „Memento mori, carpe diem.“ Neben historischen Särgen, Leichenwagen oder Grabsteinen zeigt das Museum auch Kunstwerke, die sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen – von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischer Kunst. Im Sommer 2017 wird das Museum übrigens zu einem der Standorte der documenta 14.

Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25–27, 34117 Kassel, Deutschland

Gießkannenmuseum – Gießen, Deutschland
Es gibt nichts, für das es nicht ein eigenes Museum gibt – besonders in Deutschland. Das Land der Bastler, Heimwerker und Gärtner hat ein Zollstockmuseum, ein Hammer Museum, ein Kleingärtnermuseum und eben auch ein Gießkannenmuseum. Letzteres befindet sich übrigens – Achtung, Wortspiel – in Gießen. Statt sich historischen oder wertvollen Gießkannen zu widmen, zeigt das Museum eher den alltäglichen Gartenhelfer als profanen Nutzgegenstand. Die einen würden das Gießkannenmuseum damit als Museum für zeitgenössisches Alltagsdesign bezeichnen – anderen würde wiederum auch ein Besuch im Baumarkt genügen. Aber immerhin: Das Museum verfügt auch über ein Druckgrafisches Kabinett, in dem Holz- und Kupferstiche, Lithografien und Illustrationen gezeigt werden. Die Gießkannen-Darstellungen stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, reichen mitunter aber auch bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Gießkannenmuseum, Galerie Neustädter Tor, Neustadt 28, 35390 Gießen, Deutschland

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"Kinnhaken", Nonseum, Österreich

Nonseum - Herrenbaumgarten, Österreich
Hinter dem 1994 eröffneten Nonseum steht der „Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen“. Das Museum widmet sich absurden und skurrilen Erfindungen und setzt sich beispielsweise in einer Kunstinstallation für übriggebliebene Socken ein. Bei der ersten internationalen Einzelsockensammlung im Jahr 2002 wurden etwa über 10.000 einzelne Strümpfe gerettet und auf dem Ehret-den-Sock’ – Rundwanderweg liebevoll in der Natur des österreichischen Weinviertels verteilt. Bis heute finden Besucher hier nicht nur die weltweit größte Ausstellung verwittwerter Socken, sondern auch ein „Es-leiden-schon-die- Socken-Waschmaschinen-Mahnmal“. Die Sockenschaugärten des Museums dürfen übrigens auch weiterhin mit Einzelsocken ergänzt werden. Der schnöde Strumpf wird so zum Märtyrer des Gehsteiges. Alternativ können Besucher auch die Sockensinglebörse bemühen, um für den eigenen Einzelsocken einen neuen Partner zu finden.

Nonseum, 2171 Herrnbaumgarten, Österreich

Art In Island – Manila, Philippinen
In Anbetracht des Hypes um Museum Selfies war es nur eine Frage der Zeit, bis sich das erste Museum gründen würde, dessen einziger Sinn und Zweck es ist, die perfekte Selfie- Kulisse zu bieten. Das interaktive Museum im Norden von Manila besteht aus 50 Kunstinstallationen, welche die Besucher mithilfe optischer Täuschung zum Teil eines Kunstwerks werden lassen. Genau genommen werden die Bilder sogar erst vollständig, wenn Besucher in sie hinein klettern oder mit den Bildelementen interagieren. Neben Fantasiekreationen mit Sauriern und Monsterfischen, mit denen sich Besucher fotografieren können, darf man auch mit Munchs „Schrei“ um die Wette kreischen, an einer Wand mit Van Goghs Sonnenblumen entlang krabbeln oder sich von einem Dalí-Meer berieseln lassen.

Art In Island, 175 15th Ave., Brgy. Socorro, Cubao, Quezon City, 1109 Metro Manila, Philippinen

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Austellungsansicht Momofuku Ando Instant Ramen Museum, Japan

Momofuku Ando Instant Ramen Museum – Osaka, Japan
Nicht nur in Japan gehören Instantnudelsuppen seit ihrer Markteinführung 1958 zum Kulturgut. Erfunden hat sie Ando Momofuku, nachdem er zehn Jahre darüber nachgedacht und ein Jahr lang in seiner Gartenlaube experimentiert hatte. Heute trägt das Nudelsuppenmuseum in Osaka seinen Namen, das sich selbst als historisches Monument japanischer Essenskultur bezeichnet. Das Museum befasst sich mit der Entwicklungsgeschichte der Instantnudelsuppe, mit der Herstellung der Suppen bis hin zum kunstvollen Verpackungsdesign.

Momofuku Ando Instant Ramen Museum, 8-25 Masumi-cho, Ikeda-shi, Osaka 563-0041, Japan

Meguro Parasitological Museum – Tokyo, Japan
Bereits 1953 gründete der japanische Arzt Satoru Kamegai das Parasitenmuseum. Das Museum sollte nicht nur Parasiten erforschen, sondern die Bevölkerung auch darüber aufklären, was sich auf dem menschlichen Körper, in der Umwelt oder in der Nahrung alles so tummelt. Heute zeigt das Parasitenmuseum über 300 konservierte Parasiten, etwa einen 8,8 Meter langer Bandwurm, sowie jede Menge skurrile Kunstwerke wie Zeichnungen, Bilder und Filme. Die Sammlung des Museums, die auch für Forschung- und Lehrzwecke genutzt wird, umfasst zudem rund 60.000 Parasiten-Präparate, 6.000 Bücher zu parasitär verursachten Erkrankungen sowie etwa 50.000 Fachartikel zum Thema.

Meguro Parasitological Museum, 4-1-1 Shimomeguro, Meguro-ku, Tokyo 153-0064, Japan