Sculpture by the Sea

Aarhus



VON SYDNEY NACH AARHUS – KUNST AM STRAND

Eine gigantische schwarze Billardkugel treibt im Meer kurz vor der Küste, der Wind pfeift durch das riesige Maul eines walähnlichen Flugobjekts aus Stahl, und seltsame Figuren bevölkern den Strand: Auf der Skulpturenausstellung "Sculpture by the Sea" in Aarhus präsentieren 60 Künstler aus zehn verschiedenen Ländern noch bis zum 28. Juni ihre Installationen.
// ANDREA HENKENS, AARHUS

Direkt vor der noch kalten Ostsee unter strahlend blauem Himmel reihen sich am Strand Skulpturen zeitgenössischer Künstler. Entlang des Küstenpfads von Tangkrogen bis Ballehage sowie am Rand des Marselis-Waldes findet hier am Hausstrand von Aarhus zum ersten Mal diese Open-Air-Schau statt, die in leicht abgewandelter Form bereits in Sydney zu sehen war. Hierfür haben Künstler aus verschiedenen Nationen speziell Skulpturen und Installationen entstehen lassen.

So scheint die überdimensionierte Billardkugel mit der "8" des Australiers Jean-Marc Rivalland nicht gezielt im Loch, sondern im Meer zu versinken, der stählernde Wal mit Helikopteraufsatz von Benjamin Gilbert, auch Australier, auf dem Sand gleich abzuheben. Der Wasservorhang im Meer der Dänin Marianne Jørgensen lädt zum Hindurchpaddeln ein, die Tür der auf dem Wasser treibenden Holzinstallation von Lene Desmentik führt direkt ins offene Meer. Auch zwei deutsche Künstler, Ramona Zipser und Jörg-Werner Schmidt, sind mit ihren Arbeiten vertreten ebenso wie Künstler aus Neuseeland, Japan, England und den USA. Neu kommen in Aarhus etwa 30 Skulpturen von nordischen Künstlern hinzu. Erstmals hier zu sehen ist auch ein Werk des renommierten britischen Bildhauers Sir Anthony Caro, dessen glänzende Stahlarbeit "Double Tent" bei einem kurzfristig einsetzenden Regenschauer ganz funktional den Besuchern Schutz bot. So laden einige Werke zum Benutzen und Ausprobieren ein und fordern den Betrachter zur Interaktion auf – beliebt bei Kindern etwa der Gilbert-Wal zum Hineinklettern oder die Arbeit des Neuseeländers Phil Price, dessen dreiteilige Statue immer wieder zu neuem Schwung aufforderte. Andere Objekte dürfen nicht berührt werden: "Maa ikke beroeres", wie auf kleinen Schildern neben den Objekten zu lesen ist.

Organisiert wurde die Ausstellung von dem Australier David Handley, der bereits 1997 den Küstenpfad zwischen Bondi und Tamarama Beach als idealen Ort für die erste Ausgabe von Sculpture by the Sea entdeckte. Mit einem winzigen Budget realisierte er eine 24-Stunden-Ausstellung mit über hundert Werken, die von 25 000 Besuchern gesehen wurde und von da an jährlich in immer größerem Ausmaß in Australien stattfand – nun werden unzählige Touristen auch am Strand von Aarhus erwartet.

Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary als Schirmherren

Die Idee zu dieser Sommerausstellung in Dänemark entstand vor ein paar Jahren, als der dänische Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary die Schau in Australien besuchten. Das Paar war fasziniert vom Zusammenwirken der Skulpturen am Strand, wodurch der Wunsch entstand, Sculpture by the Sea auch in Dänemark zu zeigen. "Hierbei handelt es sich um eine sehr interessante dänisch-australische Kulturbegegnung – auch für uns persönlich, erinnert die Ausstellung uns doch an zahlreiche Wanderungen, die wir am Bondi Beach von Sydney gemacht haben. Deshalb haben wir auch mit großem Vergnügen die Schirmherrschaft für die Ausstellung in Aarhus übernommen, wo die Besucher ein echtes Erlebnis erwartet", so das dänische Kronprinzenpaar bei der Eröffnung.

Dass es der Stadt Aarhus nun geglückt ist, die Ausstellung nach Dänemark zu holen, kann nach Handley auf die Freundschaftsbande zurückgeführt werden, die nicht zuletzt das dänische Kronprinzenpaar zwischen Dänemark und Australien geknüpft hat: "Die besonderen Beziehungen haben bei der Wahl von Aarhus den Ausschlag gegeben. Mehrere Jahre haben wir für unser Projekt nach geeigneten Lokalitäten außerhalb Australiens gesucht. Am Strand südlich von Aarhus haben wir dann die perfekte Platzierung gefunden", so David Handley. Dieser wurde vor Ort unter anderem vom Aros-Kunstmuseum unterstützt, das im Foyer mit seiner überdimensionalen "Boy"-Figur des Australiers Ron Mueck ein passendes Pendant zum Strand bietet.

"Skulpture by the Sea"

Termin: bis 28. Juni, Aarhus, Dänemark

http://www.sculpturebythesea.dk

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1 Leserkommentar vorhanden

Jan Cooney

23:17

25 / 06 / 09 // 

sunnews@idecnet.com

Well done Andrea! But I can't understand it!! Jan X www.spanishsunnewspaper.com

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