Reiseführer zur Documenta 14

Museen in Athen

Neben den Spielorten der Documenta 14 lohnt es sich, auch die restliche Athener Museumslandschaft zu entdecken. Diese ist natürlich besonders von der griechischen Geschichte geprägt. Unverzichtbar ist vor allem der Besuch der Akropolis und des Archäolgischen Nationalmuseums.
Museen in Athen

Im malerischen Innenhof des Archäologischen Nationalmuseums gibt es auch ein empfehlenswertes Café

1. Akropolis und Akropolis-Museum Dionysiou Areopagitou

Das architektonische Wunderwerk auf dem Akropolis-Felsen mit den Propyläen, dem Parthenon und dem Nike-Tempel hat ein einzigartiges Pendant erhalten: ein modernes, lichtdurchflutetes Gehäuse, erbaut von dem Schweizer Architekten Bernard Tschumi, das seit 2009 Skulpturen und andere Zeugnisse der griechischen Antike beherbergt. Unbedingt sehenswert ist das Museum, auch wenn der Parthenon-Fries nur in Teilen im Original zu sehen ist – viele Fragmente (die "Elgin Marbles") befinden sich seit 200 Jahren umstrittenerweise im British Museum in London.

2. Archäologisches Nationalmuseum

Das 1989 im klassizistischen Gebäude eingerichtete und 2009 aufwen-dig erweiterte Museum birgt die weltweit größte Sammlung griechisch- antiker Kunstwerke. Hier sind zahl-reiche Funde versammelt, etwa die Troja-Funde Heinrich Schliemanns, oder die goldene Totenmaske aus der Zeit um 1580–30 v. Chr., die er für die des sagenhaften Königs Agamem- non hielt. Sehr beeindruckend ist auch die überlebensgroße Bronze-statue des seinen Dreizack schleudernden Meeresgottes Poseidon. Empfehlenswert ist das kleine Café im malerischen Innenhof des Museums. Im Rahmen seines 150. Gründungsjubiläums zeigt das Museum die Sonderschau "Odysseys".

Spielorte in Athen
Zu den wichtigsten Schauplätzen der Documenta 14 in Athen gehören diverse Kulturstationen. Darunter sind das Benaki-Museum, das älteste Museum in Griechenland, und das im letzten Jahr eröffnete EMST National Museum of Contemporary Art

3. Jüdisches Museum Griechenlands

Das Jüdische Museum wurde 1977 gegründet und beherbergt Zeugnisse aus 2300 Jahren griechischen Judentums. Auf neun Ebenen werden Geschichte und die Feste, die Kulthandlungen und der Alltag, aber auch das Verhältnis zwischen griechischen Christen und Juden während der deutschen Besetzung dargestellt.

4. Kommunale Galerie Athens

Die Kommunale Galerie Athens befindet sich in einem klassizistischen Gebäude, ehemals als Kaufhaus von Hans Christian Hansen (1803–1883) erbaut, dem dänischen Hofarchitekten des griechischen Königs Otto. Heute ist eine Galerie auch im benachbarten Gebäude untergebracht. In lichten Sälen, mitten im Stadtteil Metaxourgio, ist die Sammlung griechischer Maler des 19. und 20. Jahrhunderts zu sehen.

  • Ecke Leonidou St. & Millerou St., 10436 Athen
  • Mo–Fr, 9–13 und 17–21, So 9–13
Documenta 14
So gigantisch, dass sie nur alle fünf Jahre stattfinden kann: Die Documenta in Kassel ist eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst. Hier finden Sie Bilder, Berichte und Highlights aus Kassel und Athen

5. Museum für Kykladische Kunst

Das kleine, aber feine Museum vermittelt auf vier Stockwerken in einer Stadtvilla mit rund 230 Skulpturen, Objekten oder frühzeitlichen Fundstücken von den Kykladen-Inseln sehr eindrucksvoll die 5000 Jahre alte kykladische Geschichte. Besonders empfehlenswert: die Panoramen über das Alltagsleben im antiken Griechenland im vierten Stock.

  • Neophytou Douka St. 4, 10674 Athen
  • Mi–Sa 10–16, Do bis 20, So 11–17
  • www.cycladic.gr

6. Nationalgalerie – Alexandros-Soutzos-Museum/ Glyptothek

Die Nationalgalerie soll die größte Kunstsammlung Griechenlands beherbergen. Seit 2013 befindet sich das Hauptgebäude, das vorwiegend Gemälde aus dem 16. bis ins 20. Jahrhundert ausstellte, im Umbau. Geöffnet ist weiterhin die Glyptothek mit Skulpturen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, die in den Sälen und im Garten des Museums zu sehen sind. Ziel des Museums ist es, besonders die griechische Moderne als wichtigen Teil der europäischen Kunstgeschichte zu präsentieren.

Kulturstiftungen in Athen
Reiche Reeder und andere Millionäre stehen hinter zahlreichen griechischen Kulturstiftungen. Ohne sie wäre in Athen sehr wenig zeitgenössische Kunst zu sehen. Ein Besuch der folgenden Häuser lohnt in jedem Fall

7. Byzantinisches und Christliches Museum

Das 1914 gegründete Museum war zunächst in der Akademie von Athen untergebracht, bevor es im Jahre 1930 an seinen heutigen Standort in die Villa Ilissia zog. Hier ist eine der weltweit beeindruckendsten Sammlungen byzantinischer Ikonen zu sehen: von ausgewählten Meisterwerken der Ikonenmalerei bis zu byzantinischen Alltagsobjekten aus der Zeit des 3. bis 20. Jahrhunderts.

8. Museum für Islamische Kunst

2004 wurde das Museum für Islamische Kunst eröffnet, um einen Teil der reichen Sammlungen des Benaki-Museums und Leihgaben internationaler Museen aufzunehmen. Abgedeckt werden 13 Jahrhunderte ab dem 7. Jahrhundert mit etwa 8000 Exponaten aus dem Mittleren Osten, Nordafrika, Indien, Kleinasien und Spanien. Zu sehen sind Töpfer- und Glaswaren, Schmuck, Skulpturen oder Begräbnisstelen sowie Waffen und Rüstungen. Ein Café mit Terrasse bietet einen imposanten Blick auf den Kerameikos-Friedhof und die Akropolis.

  • Ecke Ag. Asomaton & Dipilou St., 10553 Athen
  • Do–So 10–18
  • www.benaki.gr

9. Gennadius-Bibliothek

Weißer Marmor wurde von der Insel Naxos nach Athen geholt, um 1926 im Stil eines antiken griechischen Tempels an den Hängen des Lykabettos die Gennadius-Bibliothek zur erbauen. Der Berufsdiplomat und Bibliophile, Joannes Gennadius (1844–1932), schenkte seine bemerkenswerte Sammlung im Jahr 1922 der American School of Classical Studies in Athen unter der Bedingung, dass sie separat untergebracht werde. Neben dem sehr schön illuminierten Exemplar der ersten gedruckten Homer-Ausgabe von 1488 ist auch der schriftliche Nachlass des Troja-Forschers Schliemann im Besitz der Bibliothek.

Museen in Athen

Athen-Karte mit Spielorten der Documenta, Galerien und Museen

Galerien in Athen
Im europäischen Kunsthandel spielt Athen eher eine Nebenrolle, doch es gibt eine ganze Reihe sehr guter Galerien. Viele befinden sich im Studentenviertel Exarchia. Dort gibt es auch jede Menge Cafés, Restaurants und Buchläden