Die Geschichte der Documenta

2007: Documenta 12

documenta-Gründer Arnold Bode hätte die d 12 unter der Leitung von Roger M. Buergel und Ruth Noack gefallen. Drei Fragen bilden den Leitfaden der Schau, von der die entspannte Wachheit in Erinnerung bleibt.
2007: Documenta 12

In der documenta-Halle berührt die ausgestopfte Giraffe aus Peter Friedls "Zoo Story", die im einzigen Zoo des Westjordanlands infolge eines Angriffs starb.

"Es lohnt sich", betont Roger M. Buergel, der für die d 12 verantwortlich zeichnet, "dem Ursprung der documenta nachzugehen, denn nach einem näheren Blick auf ihre Anfänge verliert sich der ganze Ballast an Erwartungen und Projektionen, der auf dieser Ausstellung lastet wie ein Sack mit Wackersteinen."

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Strecken Teaser

Als das Dutzend voll ist, knüpft Buergel bewusst an Arnold Bode und die Anfänge der documenta an. Drei Fragen, an die Kunst und ihr Publikum gerichtet, macht die d 12 zu ihrem Leitfaden: Ist die Moderne unsere Antike? - Was ist das bloße Leben? - Was ist zu tun?

2007: Documenta 12

Plakat der Documenta 12

Präzise und doch großzügig entwickeln er und seine Kuratorin Ruth Noack daraus eine Ausstellung, die sich im Aktuellen umsieht, darüber aber nicht vergisst, woher das Zeitgenössische stammt. Deshalb werden unter anderem "Formschicksale" verfolgt. Sie sollen in einer unübersichtlich gewordenen Situation kunstinterne oder formale Parallelen aufzeigen, aber auch Fragen aufgreifen, die von der Kunst gestellt wurden, doch unbeantwortet geblieben sind. Manchmal klappt das, wird eine überraschende Perspektive oder Verbindung deutlich. Oft wirken die Bezüge jedoch spekulativ.

Also mischen sich in Kassel abermals die Zeiten und ihre Zeichen, um gesehen, gelesen und gedeutet zu werden. Die Fäden, die Buergel auslegt, muss jeder Besucher selbst aufnehmen, verbinden und weiterspinnen. Die d 12 hilft ihm dabei, weil sie Kunst ernst nimmt und ganz selbstverständlich erfahrbar macht. Weshalb von der d 12 nicht zuletzt die Atmosphäre entspannter Wachheit in Erinnerung bleibt, in der die Kunst dem Publikum begegnete. documenta-Gründer Arnold Bode hätte die d 12 gefallen.

Documenta 12: Highlight & Fakten


Highlight: Da das Mohnfeld von Sanja Ivekovic´ auf dem Friedrichsplatz erst spät zu blühen beginnt, avanciert die Aktion von Ai Weiwei, der 1001 chinesische Bürger und Bürgerinnen nach Kassel expediert, zur vieldiskutierten künstlerischen Arbeit. In der documenta-Halle berührt die ausgestopfte Giraffe aus Peter Friedls "Zoo Story", die im einzigen Zoo des Westjordanlands infolge eines Angriffs starb.

Laufzeit: 16. Juni bis 23. September 2007

Künstlerische Leitung: Roger M. Buergel, Ruth Noack

Ausstellungsorte: Museum Fridericianum, Neue Galerie, Aue- Pavillon, documenta- Halle, Schloss Wilhelmshöhe u.a.

Teilnehmer: 113

Anzahl der Werke: 516

Budget: 26,89 Millionen Euro

Besucher: 751 000

Eintrittspreise: 1 Tag: 18 Euro, ermäßigt 12 Euro; 2 Tage: 27 Euro, ermäßigt 18 Euro; Gruppenkarte: 14 Euro, ermäßigt 9 Euro;Abend: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Dauerkarte: 90 Euro, ermäßigt 60 Euro; Schulklassen: 6 Euro

Documenta 14
So gigantisch, dass sie nur alle fünf Jahre stattfinden kann: Die Documenta in Kassel ist eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen zeitgenössischer Kunst. Hier finden Sie Bilder, Berichte und Highlights aus Kassel und Athen