Die Geschichte der Documenta

2002: Documenta 11

Okwui Enwezor überrascht 2002 mit einer vergleichsweise konventionellen Ausstellung. Aber jeder, der sehen und denken kann, versteht diese Schau. Die Themen sind global, die Künstler weder an Nationen noch an eine Generation gebunden.
2002: Documenta 11

Modell einer afrikanischen Fantasiestadt mit dem Namen "Kimbeville" des documenta-Künstlers Bodys Isek Kingelezt im Kasseler Kulturbahnhof

Okwui Enwezors d 11 ist die einzige documenta, die, als sie in Kassel eröffnet wird, schon begonnen hat. Schon Monate lang waren die Wissenden durch die Welt geeilt: Wien, Berlin, Neu-Delhi, St. Lucia und Lagos sind die "Plattformen", auf denen die globalen Rahmenbedingungen kritisch befragt werden, unter denen Kunst aktuell entsteht, vermittelt und rezipiert wird.

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Strecken Teaser

Trotzdem überrascht Enwezor dann mit einer vergleichsweise konventionellen Ausstellung. Gezeigt wird fast alles, was auf der weiten Welt der Fall ist. In Bild und Ton, farbig und schwarzweiß. Abzulesen ist es von den Oberflächen von Fotografien und Videos, seltener von Gemälden.

2002: Documenta 11

Plakat zur Documenta 11

Herausbuchstabieren lässt es sich aus allegorischen Räumen, erträumen inmitten wuchernder Tischruinen, utopischer Architekturen und eigensinniger Territorien. Gleichwohl: Jeder, der sehen und denken kann, versteht diese Schau. Nicht einmal die Geschichte von der Zersplitterung der Welt, von den Kolonisatoren und den langen Schatten der Epoche einst mächtiger Imperien wird erzählt.

Stattdessen knüpft die d 11 ein Netz aus Werken, verbindet, was thematisch zusammengehört, stellt Foto neben Foto, Modell neben Modell, Monitor neben Monitor. Die Themen sind global, die Künstler weder an Nationen noch an eine Generation gebunden. Allein die Präsentation bleibt europäisch-amerikanisch. Geht mit der d 11 in der Kunst die Fokussierung auf Europa und Amerika endgültig zu Ende, so bleibt sie doch eine museale Ausstellung.

Documenta 11: Highlight & Fakten


Highlight: Weit ab vom Rummel, im realen Abseits einer Siedlung, in der sich Menschen und Sprachen, Mentalitäten und Perspektiven aus vielen Welten mischen, hat Thomas Hirschhorn sein großartiges "Bataille Monument" errichtet. Es besteht aus Bibliothek, einem Fernsehstudio, einer Großskulptur und einem Imbiss. Und es arbeitet hart am Gesellschaftskörper.

Laufzeit: 8. Juni bis 15. September 2002

Künstlerische Leitung: Okwui Enwezor

Ausstellungsorte: Museum Fridericianum, Orangerie, documenta- Halle, Kulturbahnhof, Nordstadt u.a.

Teilnehmer: 118

Anzahl der Werke: 450

Budget: 18,1 Millionen Euro

Besucher:  651 000

Eintrittspreise: 1 Tag: 16 Euro, ermäßigt 10 Euro; 2 Tage: 24 Euro, ermäßigt 15 Euro; Abend: 7 Euro, ermäßigt 4 Euro; Dauerkarte: 80 Euro, ermäßigt 50 Euro; Gruppe: 12 Euro/Person, ermäßigt 5 Euro/Person

Documenta 14
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