Die Geschichte der Documenta

1982: Documenta 7

Ob Neue Wilde oder Transavanguardia, es wird wieder gemalt, zumeist heftig und gestisch. Ausflüge ins Politische gibt es auf der Documenta 7 sowenig wie eine Systematik. Allein auf dem Friedrichsplatz weht ein anderer Wind.
1982: Documenta 7

Wenn Joseph Beuys nicht seine "7000 Eichen" und Basaltsteine nach Kassel gebracht hätte, wäre die Documenta 7 vollends museal geraten

Ausgerechnet bei der documenta macht Rudi Fuchs den Versuch, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Er setzt mit seiner d 7 ganz auf Musealisierung und inszeniert eine große "Erzählung".

 

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Strecken Teaser

Im Fridericianum, das mittlerweile renoviert ist, dominiert die vom Zeitgeist wiederentdeckte Malerei. Ob Neue Wilde oder Transavanguardia, es wird wieder gemalt, zumeist heftig und gestisch. Ausflüge ins Politische gibt es sowenig wie eine Systematik. Die gesellschaftlichen Verdrehungen der Kunst sollen beseitigt werden.

1982: Documenta 7

Plakat der Documenta 7

Alles ist Poesie. Auf dass der Kunst wieder mit Würde und Respekt begegnet werde. In den Sälen des Fridericianum werden die "Chefs" der aktuellen Szene präsentiert. Als Teilnahme bedingung gilt, dass die Werke nicht älter als zwei Jahre sein sollen, wobei zum Ausgleich auch Künstler der älteren Generation wie Emilio Vedova und Richard Paul Lohse in den inszenierten Dialog einbezogen sind. James Lee Byars fasst den Anspruch der Kunst auf Würde in eine vergoldete "Säule", Luciano Fabro zeigt "Juwelen" und Jannis Kounellis eine Goldwand nebst Garderobenständer. Das Künstlerindividuum wird also wieder ins Zentrum gerückt.

Allein auf dem Friedrichsplatz weht ein anderer Wind. Hier hat Joseph Beuys 7000 Basaltstelen für seine Aktion "7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" aufgeschichtet.

Sie liegen bereit, um zum Verschwinden gebracht zu werden. Ein Stein neben einem in Kassel gepflanzten Baum. So gesellschaftsfern die d 7 sonst auch ist, mit Beuys' Aktion gehört zu ihr ein Werk, an dessen organisatorische, künstlerische, ökologische und politische Radikalität kein anderes in der Geschichte der documenta heranreicht.

Documenta 7: Highlight & Fakten


Highlight: Ohne wenn und aber sind die mächtigen Basaltstelen der Aktion "7000 Eichen. Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" von Joseph Beuys das herausragende Ereignis der d 7.

Laufzeit: 19. Juni bis 28. September 1982

Künstlerische Leitung: Rudi Fuchs

Ausstellungsorte: Museum Fridericianum, Friedrichsplatz, Neue Galerie, Orangerie u. a.

Teilnehmer: 167

Anzahl der Werke: 1000

Budget: 6,96 Millionen DM

Besucher: 387 000

Eintrittspreise: 1 Tag: 10 DM, ermäßigt 5 DM, 2 Tage: 15 DM, 3 Tage: 20 DM, 10 Tage: 60 DM, ermäßigt 30 DM, Abend: 4 DM, Gruppe: 8 DM/Person, ermäßigt 4 DM/Person, Führung: 60 DM/Gruppe, ermäßigt 50 DM/Gruppe

Kataloge:  Bd. 1: Visuelle Biografie der Künstler, Bd. 2: Aktuelle Arbeiten, D + V Paul Dierichs GmbH & Co KG, Kassel, bilingual (deu. / engl.), 2. Bd.: 85,- DM

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