Die Geschichte der Documenta

1959: Documenta 2

War die erste Documenta im Kern retrospektiv, so gibt sich die zweite Ausgabe aktueller und bezieht bewusst Stellung zur Gegenwartskunst. Die Documenta 2 entwickelt das Erfolgsprinzip aller folgenden Ausstellungen.
1959: Documenta 2

Skulpturengarten mit Bronzen von Henri Laurens und Hans Arp

Der Erfolg der ersten documenta lässt schnell den Wunsch einer Fortsetzung aufkommen. Ob es weitergeht, hängt am Einsatz von Arnold Bode. An Ideen mangelt es nicht. Nicht alle aber können realisiert werden.

So muss sich Bode, obwohl die d 2 räumlich wächst, etwa den Wunsch versagen, den "Einfluss der freien, bildenden Kunst auf die zweckgebundene Form der Gebrauchsdinge" zu untersuchen. Am Ende breitet die d 2 die Entwicklung der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg aus. War die erste documenta im Kern retrospektiv, so gibt sich die d 2 aktueller. Der erfasste Zeitraum wird kleiner, der geografische Radius aber wächst

1959: Documenta 2

Plakat zur Documenta 2, 1959

Der Untertitel "Kunst nach 1945" macht deutlich, dass die d 2 nun Position zur Gegenwartskunst bezieht. Sich neu erfinden und auf aktuelle Veränderungen reagieren - diese Haltung der d 2 wird zum Erfolgsprinzip aller kommenden documenta-Ausstellungen.

Ausgebreitet werden in Abteilungen zu Malerei, Skulptur und Druckgrafik die Ideen und die Formen einer Kunst, in der ein universelles künstlerisches Verständigungsmittel erkannt wird: zur "Weltkunst" aufzusteigen. Damit folgt die d 2 ihrem Cheftheoretiker Werner Haftmann, der Abstraktion als Weltsprache begreift und eine kontinuierliche Entwicklung der Kunst von der Abbildung des Sichtbaren zur Sichtbarmachung des Unsichtbaren propagiert.

Vor allem in der Skulptur wächst die Zahl der ausgestellten Werke. Präsentiert werden rund 200 Werke in weiß getünchten Backsteinkojen vor der Ruine der Orangerie. Im Fridericianum beherrscht Ernst Wilhelm Nays "Freiburger Bild" den Hauptsaal. Ruhepole bilden Säle, die mit Jackson Pollock, Wols, Willi Baumeister und Nicolas de Staël jeweils einem Künstler gewidmet sind.

Documenta 2: Highlight & Fakten


Highlight: Die Skulpturenschau mit Werken von Alexander Calder, Eduardo Chillida, Henry Moore und anderen in eigens aus weiß getünchtem Backstein errichteten Kojen vor der Ruine der Orangerie.

Laufzeit: 11. Juli bis 11. Oktober 1959

Künstlerische Leitung: Arnold Bode

Ausstellungsort: Museum Fridericianum, Orangerie, Schloss Bellevue

Teilnehmer: 326

Anzahl der Werke: 1770

Budget: 991 000 DM

Besucher: 134 000

Eintrittspreise: 1 Tag: 3 DM, ermäßigt 1,50 DM; Dauerkarte: 20 DM; Gruppe: 1,50 DM/Person

Katalog: 1 Textband, 3 Bildbände (Bd. 1: Malerei, Bd. 2: Skulptur, Bd. 3: Druckgrafik) M. DuMont Schauberg, Köln
 

1955: Documenta 1
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