Für Wiederaufbau nach Erdbeben

Museen in Italien spenden Einnahmen

Nach dem fatalen Erdbeben spenden die staatlichen Museen in Italien ihre Einnahmen vom Sonntag für den Wiederaufbau - etwa auch die Uffizien in Florenz und das Kolosseum in Rom. Es seien etwa doppelt so viele Besucher gekommen, wie an einem normalen Wochenende Ende August.
Museen in Italien spenden Einnahmen

Die Ortschaft Amatrice galt als eines der schönsten Dörfer Italiens. Viele Orte forderten bereits einen Wiederaufbau ihrer Kulturstätten nach historischem Vorbild.

Die staatlichen Museen in Italien spenden ihre Einnahmen vom Sonntag für den Wiederaufbau nach dem fatalen Erdbeben. Es seien etwa doppelt so viele Besucher gekommen, wie an einem normalen Wochenende Ende August, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. "Es war ein wunderbarer Tag der Solidarität. Danke für die vielen Teilnehmer", schrieb Kulturminister Dario Franceschini am Abend auf Twitter. An der Aktion nahmen sowohl so bekannte Museen und Sehenswürdigkeiten wie die Uffizien in Florenz, das Kolosseum in Rom und die Ausgrabungsstätte in Pompeji als auch kleinere regionale Museen teil. Die Einnahmen - die genaue Höhe soll Anfang der Woche mitgeteilt werden - gehen in den Wiederaufbau der Kulturgüter der zerstörten Orte in Mittelitalien.

Fast 300 Kulturstätten beschädigt

Bei dem verheerenden Erdbeben in Italien sind nach Angaben von Kulturminister Dario Franceschini 293 kulturhistorische Bauwerke und Stätten beschädigt worden, davon 50 schwer. "Die Zahl dürfte steigen angesichts der Größe der vom Erdbeben betroffenen Region", sagte der Minister am Donnerstagabend vor Journalisten in Rom. Die Orte forderten einen Wiederaufbau ihrer Kulturstätten nach historischem Vorbild - "diese Herausforderung sollten wir annehmen", sagte der Minister. Dabei sollte der Erdbebenschutz beachtet werden. "Diese Orte müssen wieder so werden, wie sie noch vor einigen Stunden waren." So habe etwa Amatrice zu den schönsten Ortschaften Italiens gehört. Durch einen gewaltigen Erdstoß und Hunderte Nachbeben sind mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen.

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