Aachen

Selbstreflexiv: Ob Aufnahmen von Haaren oder verschwitzen Unterhemden – Pola Sieverding spürt Materialien und ihre symbolische Präsenz auf. Die deutsche Künstlerin untersucht mit ihren Fotografien die Beziehung zwischen Inszenierung und Dokumentation und hinterfragt in einer Serie über die Ikonografie des Wrestlings selbstreflexiv die Arbeitsweisen ihres künstlerischen Mediums.

Pola Sieverding: "Arena #10", 2014

Basel

Es wird heiß: Sam Lewitt spielt gerne mit Strom. Diesmal nimmt er sich die Stromkreisläufe der Kunsthalle Basel vor. Er wandelt mit seiner Installation "More Heat Than Light" die Leuchtkraft der Deckenlichter in Wärme um und zeichnet mit Sensoren und Thermokameras die Temperatur der Besucher auf. Der US-amerikanische Künstler nimmt so die Besucher der Ausstellung mit auf eine phänomenologische Erfahrungstour über die Anpassungsfähigkeit und Beschränkungen des eigenen Körpers.

  • Sam Lewitt. More Heat Than Light
  • 1. April bis 29. Mai 2016
  • Eröffnung am 31. März 2016 um 19 Uhr
  • Kunsthalle Basel

Installationsansicht von Sam Lewitt: "Weak Local Lineament (MHTL)", 2015, Detail, Kunsthalle Basel, 2016

Berlin

Comeback: Der Surrealismus scheint in der zeitgenössischen Kunst neu aufzublühen. So zumindest lautet die These einer Ausstellung in Berlin, die 22 internationale künstlerische Positionen mit surrealistischer Ästhetik oder Arbeitsweise vereint. Das Übernatürliche, das Traumhafte und das Fantastische sind dabei die Themen, mit denen sich die Künstler auseinandersetzen.

Roman Schramm: "Torso", 2013

Berlin

Einfluss der Dänen: Die Kunstlandschaft der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde essentiell von der Kopenhagener Kunstakademie geprägt. Zahlreiche Maler, unter anderem Caspar David Friedrich, Johan Christian Clausen Dahl und Georg Friedrich Kersting suchten die Lehrstätte im Norden Europas auf, Kopenhagener Schüler trugen ihr Wissen, ihre Techniken und Motive gen Süden. Eine Ausstellung in der Alten Nationalgalerie in Berlin zeigt nun patriotische Landschaften, Seestücke und Porträts Kopenhagener Akademieschüler sowie des Lehrers Eckersberg, die von intensiven Natur- und Wetterstudien als auch aufkeimenden Nationalismus künden.

  • Kopenhagener Malerschule – Bilder und Studien aus der Nationalgalerie und der Sammlung Christoph Müller
  • 1. April bis 31. Juli 2016
  • Alte Nationalgalerie, Berlin

In diesem Artikel gibt es mehr Informationen über Eckersberg und die dänische Malerei des 19. Jahrhunderts.

 

Martinus Rorbye: "Ein Steingrab auf blühender WIese", um 1840

Bonn

Bauhaus heute: Die Idee der Synthese von Kunst und Handwerk prägte die Entwürfe der Bauhäusler wie Martin Gropius, Marianne Brandt, Lyonel Feininger oder Oskar Schlemmer. Eine Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle konfrontiert nun das über 100 Jahre alte Design mit dem der Gegenwart. So werden mittels Designobjekten, Filmen und Fotografien, Typografie und Architekturmodellen die Entwicklungslinien und -prozesse des Bauhaus aufgezeigt. Realisiert wird die Schau in Kooperation mit dem Vitra Design Museum.

MIRO: "Stars and Stripes", 2015 

Hamburg

Supermänner: Die künstlerischen Arbeiten von Tom of Finland fanden schon in seinen frühen Schaffensphasen Anklang in schwulen Untergrundszenen, wodurch sie sich später als einflussreiche Werke der homosexuellen Kultur und Ästhetik etablierten. Die selbstbewusste Dynamik seiner "Supermänner" prägte zahlreiche Künstler seiner Zeit von Robert Mapplethorpe bis G. B. Jones und wirkt bis itn die Gegenwart. Nach einer vom MoMA unerstützten Retrospektive im Artistsspace in New York, die im Sommer nach Helsinki wandert, sind seine Arbeiten nun in einer dreiteiligen Ausstellung in Hamburg zu sehen. Die Schau wird durch zahlreiche zeitgenössische Positionen wie Norbert Bisky, Britta Thie oder Gilbert & George ergänzt, die sich mit Konventionen kritisch auseinander setzen.

  • Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit
  • 2. April bis 14. Mai 2016
  • Eröffnung (Teil I: Freiheit) am 1. April 2016 um 19 Uhr
  • Elektrohaus, Hamburg

Tom of Finland: "Untitled", 1976

Krefeld

Was wäre ein Museum bloß ohne Kunst? Gar nicht so uninteressant, wie zunächst vermutet! Auch ein leeres Museumsgebäude bietet genug Potential, um dort Führungen, Vorträge und Kunstaktionen zu veranstalten. So macht sich das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld die Situation nach einer knapp vierjährigen Sanierungs- und Restaurierungsphase zu Nutze und lädt Besucher drei Tage lang ein, das 1897 erbaute Gebäude genauer kennenzulernen.

Kaiser Wilhelm Museum, Bauphase Obergeschoss

Leipzig

Brandaktuell: Der Berliner Foto- und Videokünstler Leon Kahane beschäftigt sich in seiner Kunst mit Themen wie Globalisierung, Migration, Diaspora und dem Reisen, insbesondere in Hinblick auf europäische Nachkriegsgesellschaften. So konzipierte er für die Räume der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig eine Inszenierung ausgehend von dem militärisch genutzten Kartenmaterial der US-Armee, dem Michelin-Guide, welcher 1944 für die Befreiung Frankreichs – for official use only – herausgegeben wurde. Leon Kahane ist der diesjährige Träger des Kunstpreises Europas Zukunft, der seit 2003 an junge Künstler aus post-kommunistischen Ländern verliehen wird.

Leon Kahane, "Bibendum", 2015

Stuttgart

Zwischen Perversion und Norm: Die US-amerikanische Multimediakünstlerin Ellen Cantor greift in ihren Werken Referenzen und Material aus zahlreichen Werken der Filmwelt auf. Von Disneys Zeichentrickkreaturen bis hin zu Charakteren aus Kulthorrorfilmen und New-Wave-Klassikern verknüpft sie unterschiedlichste Figuren mit politischen oder gesellschaftskritsichen Aussagen in assoziativen Filmarbeiten, Zeichnungen und Collagen. Diese werden nun in einer Ausstellung im Stuttgarter Künstlerhaus gezeigt. Am 2. April findet in Stuttgart zudem die Lange Nacht der Museen statt.

Ellen Cantor: Still aus "Pinochet Porn", 2009