Kunstsommer 2007 - Besucherzahlen

1:0 für die Documenta

Eineinhalb Monate nach der Eröffnung der großen Ausstellungen des Kunstsommers 2007 ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Selten gab es eine solche Fülle von Kunstereignissen. Wem gelang es am besten, die Besuchermassen anzuziehen?
Eine erste Bilanz:Welche Ausstellung lockt die meisten Besucher an?

Bühne der Documenta 12: Eingangshalle des Friedericianums in Kassel

Die Documenta 12 ist nicht nur die wichtigste Ausstellung des Sommers, sondern bislang auch die erfolgreichste. In den ersten 46 Tagen seit Eröffnung Mitte Juni kamen insgesamt 300.000 Besucher. Die Veranstalter erwarten bis zum kommenden Samstag weitere 30. 000 Kunstfreunde. Zum gleichen Zeitpunkt während der Documenta 11 zählte man 314. 000 Gäste – es könnte also durchaus sein, dass der Rekord der Documenta 11 von 650.000 Besuchern übertroffen wird.

Auch die Veranstalter der Neuen Nationalgalerie Berlin können mit dem Besucherinteresse sehr zufrieden sein. Mit 150 Werken der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts lockte die Gastausstellung des renommierten New Yorker Metropolitan Museum of Art (MET) am letzten Freitag den 250.000sten Besucher. Eng aneinander gedrängt betrachten bis zu 10.000 Besucher pro Tag Werke der französische Meister wie Manet, Cézanne oder Matisse. An diesem Dienstag verzeichnete die Neue Nationalgalerie gar einen Anstieg auf 280.000 Besucher. Damit knüpft „das MET in Berlin“ bereits jetzt an den herausragenden Erfolg des MoMA-Gastauftritts in Berlin 2004 an; damals wurden insgesamt eine halbe Million Eintrittskarten verkauft.

Im Münster zählten die Organisatoren der „Skulptur Projekte Münster 07“ am 31. Juli anhand der verteilten Ausstellungspläne 225.000 Besucher. Die Ausstellung geht bis zum 30. September, und so erscheint fraglich, ob die Münsteraner Schau ihr Ergebnis von 1997 noch einmal schaffen kann – damals besuchten eine halbe Million Menschen die Stadt.

Die Biennale von Venedig zog nach 45 Tagen 81.797 Besucher an. Vor zwei Jahren kamen, im Zeitraum vom 12. Juni bis zum 6. November 2005, 256.000 Gäste zur 51. Biennale. Das insgesamt in diesem Sommer gestiegene Publikumsinteresse an der Kunst hat sich also nicht spürbar auf die Biennale ausgewirkt.

Die „Made in Germany“- Ausstellung in Hannover konnte sich nicht zu einem der ganz großen Kunstereignisse dieses Sommers entwickeln; mit 41.154 Kunstinteressierten erreichte sie bisher aber doch einen anständigen Besuchererfolg.

Zur Freude vieler Veranstalter ließen sich die Besucher nicht nur von den Großveranstaltungen anziehen. Auch kleine ambitionierte Ausstellungen, wie etwa „Henry Moore und die Landschaft“ im Berliner Haus am Waldsee, die Mitte August ihren 10.000sten Besucher erwartet, stoßen auf gesteigerte Resonanz.