Romuald Hazoumé - Bode-Preis

Ein Denkmal für Opfer der Sklaverei

Mit seinem aus alten Bezinkanistern gefertigten Schiff "Dream" (Traum) lieferte Romuald Hazoumé eine der eindringlichsten Arbeiten der gesamten Documenta 12 ab. Er bekommt dafür den Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel
Auszeichnung für "Dream" –:Bode-Preis für den Künstler aus Benin

Romouald Hazoumé vor seiner aus Benzinkanistern gebauten Installation "La Bouche du Roi"

Sein Lieblingsmaterial sind alte Benzinkanister aus Plastik: Aus ihnen baut Romuald Hazoumé Skulpturen voller Symbolkraft, archaischer Wucht und Poesie. Auf der Documenta 12 gehörte sein aus Kanistern gebautes Schiff (“Dream”) zu den eindringlichsten Werken der gesamten Kunstschau. Mit ihm erinnerte er zum einen an die barbarische Sklaverei gestern und heute und auch an die Menschen, die über das Meer flüchten, um dem Elend in der afrikanischen Heimat zu entkommen. Es steht im Aue-Pavillon in der Kasseler Karlsaue, dort werden auch einige seiner Masken gezeigt, ebenfalls aus ausrangierten Kanistern und anderen Behältern geformt. Hazoumé, so wurde heute bekannt, bekommt auf Anregung der Arnold-Bode-Gesellschaft den Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel.

Hazoumé wurde 1962 in Porto Novo in der westafrikanischen Republik Benin geboren. Er gehört dem Stamm der Yoruba an, und obwohl er in einer katholischen Familie aufwuchs, bewahrte er für sich ein tiefes Verständnis afrikanischer Traditionen und der Religion seiner Ahnen. Yoruba-Götter wie Legba, der Gott der Begegnung, finden sich in seinen Arbeiten wieder.

Der mit 10.000 Euro ausgestattete Arnold-Bode-Preis 2007 wird am 8. September in der Documenta-Halle an Romuald Hazoumé verliehen. Der Preis wird seit 1980 in Erinnerung an Arnold Bode, den Gründer der Documenta, verliehen.

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