Max Beckmann - St. Petersburg

In solch einer Hölle leben wir

Das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg-St. Petersburg wird mit abgründig-meisterhafter Kunst begangen: Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust eröffnet am 2. Oktober eine große Max-Beckmann-Ausstellung in der Staatlichen Eremitage in St. Petersburg
Retrospektive in der Eremitage:Erste russische Beckmann-Schau in St. Petersburg

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Zur ersten großen Einzelausstellung Beckmanns in Russland schickt die Hamburger Kunsthalle 77 Druckgraphiken sowie je 7 Gemälde und Zeichnungen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zeitraum zwischen 1914 und 1923. Zu sehen sind u.a. das „Selbstbildnis mit Krankenpflegeruniform und Autobrille“ von 1915, die Kompositionsstudie zur „Auferstehung“ aus dem Jahr 1918, sowie die wichtigen graphischen Zyklen „Gesichter“ (1915-18), „Die Hölle“ (1919), „Jahrmarkt“ (1921) und „Berliner Reise“ (1922). Max Beckmann, dessen Exilbilder derzeit in München gezeigt werden, gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Hamburger Kunsthalle zu seiner Biographie: "Bereits um 1900, während seines Studiums an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar, hatte er die grundlegenden druckgraphischen Techniken wie Holzschnitt, Radierung und Lithographie erlernt. Doch erst die prägenden Eindrücke des Ersten Weltkriegs führten ab 1915 zu einem entscheidenden Motiv- und Stilwandel seiner künstlerischen Arbeiten. Aufgrund eines seelischen und körperlichen Zusammenbruchs war Beckmann aus dem Kriegsdienst entlassen worden. Er entschied sich für einen Neubeginn in Frankfurt. Der bannte seine kritischen Beobachtungen zur großstädtischen Nachkriegsgesellschaft in einprägsame Bilder, wobei er dabei für seine treffenden Kompositionen meist die potenzielle Härte des Holzschnitts und der Radierung nutzte. Gleichzeitig spielte er mit verschiedenen Blickpunkten und expressiven Verzerrungen seiner Motive. So öffnete er vielen seiner Zeitgenossen die Augen, u. a. dem Dresdner Kunsthistoriker Paul Ferdinand Schmidt, der 1920 mit Schrecken bemerkte: „ So sieht es also in Deutschland aus. (...) In solch einer Hölle leben wir.“ Max Beckmann wurde 1933 von den Nationalsozialisten als Lehrer an der Städelschule in Frankfurt entlassen und ließ sich wieder in Berlin nieder. 1937 ging er ins Exil nach Amsterdam, von wo aus er 1947 nach New York übersiedelte. Dort starb er 1950. "