R. B. Kitaj - Los Angeles

Der Maler R. B. Kitaj ist gestorben

Gestorben:Der Maler R. B. Kitaj ist tot

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„Diasporismus“ nannte R. B. Kitaj sein Außenseitertum, das er pflegte, denn er ließ seine Kunst nicht mit der anderer Künstler in einen Topf werfen. Auch nicht mit der Kunst seiner Weggefährten der „Londoner Schule“, Freud, Auerbach und Korsoff. Er schöpfte aus der Vergangenheit und entwickelte eine Bildersprache, mittels derer er seine Gedankenwelt auf die Leinwand übertrug. Das wahre Thema seiner Kunst war stets der eigene Zustand. Mit seiner subjektiven Kunst wurde er sehr verletzbar durch Kritik – nach der unfreundlichen Aufnahme seiner Retrospektive in der Tate Gallery beschimpfte R. B. Kitaj die Kritiker als Mörder und Antisemiten.
1933 in Cleveland, Ohio als Ronald Brooks geboren, nahm Kitaj den Namen seines aus Wien emigrierten Stiefvaters an, dem er sehr nahe stand. Trotz seiner Behauptung, sich erst seit den siebziger Jahren mit seinen jüdischen Wurzeln beschäftigt zu haben, zeigen seine Bilder, dass er sich schon lange vorher seiner jüdischen Herkunft bewusst war.
R. B. Kitaj ist am vergangenen Sonntag kurz vor seinem 75. Geburtstag in Los Angeles gestorben.