American Snapshots - Ausstellung in Washington

Bitte lächeln!

Zufällig gelingen oft die besten Fotos: Die Washingtoner National Gallery of Art zeigt noch bis Jahresende 200 der insgesamt 9000 Snapshots umfassenden Sammlung des amerikanischen Kunsthistorikers Robert E. Jackson.

Wer den Namen Robert E. Jackson noch nie gehört hat, ist nicht allein: Der 53-jährige Texaner zählt nicht zu den Sammlern großer Meister – er konzentriert sich auf die aus der Hüfte geschossenen Zufallsprodukte der amerikanischen Provinzbevölkerung.

Jackson zieht seit Jahren über Flohmärkte und durchstöbert Trödelläden auf seiner Suche nach privaten Amateurfotos. Zustande gekommen ist ein überraschender witziger Einblick in die Kleinbildfotografie zwischen 1888 und 1978.

Das Startdatum der Sammlung fällt zusammen mit der Einführung der Kodak Kamera für jedermann durch George Eastman. Seitdem verbreitete sich die Massenfotografie rasch. Unzählige Bilder wanderten in die stoffgebundenen Alben von Familien auf der ganzen Welt.

Die Ausstellung "The Art of the American Snapshot, 1888 - 1978: From the Collection of Robert E. Jackson" ist das Produkt einer langjährigen Planung – treibende Kraft war der Sammler selbst. Jackson kontaktierte die Kuratorin für Fotografie des Hauses, Sarah Greenough, bereits 2003. Trotz ihrer Begeisterung, musste sie zunächst ihre skeptischen Mitarbeiter von den Fotos im Miniformat überzeugen. Die Museumsleute misstrauten dem kunsthistorischen Potential der Schnappschüsse von Leuten beim Busseln auf dem Sofa oder von Halbstarken beim Hanteltraining vor der Blümchentapete. Aber schließlich fanden die faszinierenden Dokumente des amerikanischen Provinzalltags der fünfziger und sechziger Jahre doch noch ihren Weg in die National Gallery.

Weitere Infos:

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Dezember 2007 in der National Gallery of Art in Washington D.C. Der dazugehörige, englischsprachige Katalog "The Art of the American Snapshot, 1888 - 1978: From the Collection of Robert E. Jackson" ist bei Princeton University Press erschienen und kostet etwa 50 Euro

Mehr zum Thema im Internet