Ärger im Museum - Krefeld

Bittere Konsequenzen

Der Krach schwelte schon länger. Nun hat die Fabrikanten-Gattin Helga Lauffs, 82, ihre Drohung wahr gemacht: Sie zieht ihre Sammlung aus dem Kunstmuseum in Krefeld ab
Abgezogen:Kunstmuseum Krefeld verliert die Sammlung Lauffs

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Die Werke würden dort konservatorisch unangemessen präsentiert, teilte der Anwalt der Familie mit. Aus diesem Grund habe man sich "schweren Herzens entschlossen, Teile der Sammlung nicht im Museum zu belassen". Schon seit längerem müsste das Krefelder Haus dringend renoviert werden, jedoch sei von der Stadt dafür keine verbindliche Zusage zu bekommen. Im vergangenen Sommer musste eine Etage des Museums wegen großer Hitze schließen, die Bilder wurden ausgelagert.

Mit ihren insgesamt 500 teils im Museumsdepot verwahrten Werken von etwa 100 wichtigen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört die Kollektion zu den größten deutschen Privatsammlungen an Gegenwartskunst. Ihr Schätzwert beträgt rund 400 Millionen Euro. Lauffs Sammlung, die den Kern der modernen Abteilung des Krefelder Museums bildet, enthält unter anderem Werke von Yaacov Agam, Lucio Fontana, Joseph Beuys, Yves Klein und Dieter Roth.

Der Kulturdezernent der Stadt Krefeld, Roland Schneider, bedauert die Entscheidung Lauffs. Die Stadt habe nachhaltig versucht, eine Lösung zu finden und prüfe nun, welche Möglichkeiten es noch gebe. Schließlich sei die Sanierung des Museums inzwischen fest beschlossene Sache.