Fotokunst - Zürich

Aktionistisches Ausflippen

In einem Zeichenkurs lernten die beiden sich kennen, an der Kunstakademie in Düsseldorf haben sie sich Anfang der sechziger Jahre verliebt: Anna und Bernhard Blume – seit vier Jahrzehnten lebt das Paar nun schon in beeindruckender „Fotogamie“

Meist fotografieren die Blumes – beide 1937 geboren – sich selbst, inszenieren sich in verschiedenen Rollen, so ist im Laufe der Jahre ihr "lebenslanger Fotoroman" entstanden. Eigens für das Haus Konstruktiv entwickelten die beiden deutschen Künstler nun eine neue Serie großformatiger Fotografien. "Abstrakte Kunst" ist deren Titel. Sie knüpft inhaltlich an die in den Neunzigern entstandene Bildfolge "Transzendentaler Konstruktivismus" an, die ebenfalls in Zürich gezeigt wird.

"Aktionistisches Ausflippen vor dem Objektiv" hat Bernhard Blume seine Arbeit und die seiner Frau einmal genannt. Wunderbare Sinn- und Unsinnsbilder kommen heraus, wenn die beiden Blumes mit der Kamera spielen. Verwackelte Bilder, Unschärfen, angeschnittene Köpfe – seit Neustem arbeitet das Künstlerpaar nicht nur mit dem Fotoapparat, sondern auch mit dem Computer.

Anna und Bernhard Blume reflektieren das Medium Fotografie, indem sie die Grenzen zur Malerei verwischen und den Wirklichkeitsgehalt der Fotografie mit der deren eigenen Mitteln in Frage stellen. Der besondere Charme von Blumes Arbeiten: Bürgerliche und künstlerische Ideale werden von ihnen auf kritisch-humorvolle Weise dekonstruiert.

Die Ausstellung läuft bis zum 17.2.2008, das begleitende Buch mit Texten von u.a. Eugen Blume, André Buchmann, Regina Selter und Dorothea Strauss kostet 35 Euro.

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