Anti-Christ - Teuflisch gut

Vom Geist, der stets verneint

Mephisto hat Hochkonjunktur in der Museumslandschaft: In Prag ist die "Teufelsbibel" zu sehen, in Bremen trägt man all das zusammen, was mit dem Bösen im Bunde steht, selbst wenn es sich um eine Konservendose handelt, die die Aufschrift "Teufels Gulasch" trägt, und im Pergamonmuseum widmet man sich den höllischen Jenseitsvorstellungen der alten Römer und Griechen

Bremen Während sich auf den Weihnachtsmärkten gold gelockte Engel und gutmütige Nikolause tummeln, ist im Bremer Überseemuseum der Teufel los: Dort werden in der aktuellen Ausstellung "All about Evil – das Böse" noch bis zum 18. Mai 2008 über 500 Exponate gezeigt – aus verschiedenen Kontinenten und Religionen.

Bei der Auswahl scheinen Medium, Technik und Material keine Rolle gespielt zu haben: Konservendosen, Kupferstiche und Plastikfigürchen haben nur das eine gemeinsam: Sie alle sollen dem ungreifbaren Bösen in der Welt ein Gesicht geben.

Berlin: Lange bevor die christliche Ikonografie das Fegefeuer als Station der armen Sünder nach dem Tod dramatisch veranschaulichte, stellten sich Künstler der römischen und der griechischen Antike die Frage: ‚Was kommt nach dem Tod?. Ihre Vorstellungen der Unterwelt waren dabei oftmals diametral entgegengesetzt: Die Unterwelt wurde als hoffnungsloses Schattenreich veranschaulicht und als paradiesisches Elysium. Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel zeigt in "Zur Hölle! Eine Reise in die Antike Unterwelt" noch bis zum 2. März 2008 unter anderem Skulpturen aus Bronze, Stein und Terrakotta sowie Vasenbilder, die antike Jenseits-Vorstellungen illustrieren.

Prag: Der Codex Gigas, zu deutsch: "das riesige Buch", trägt seinen Titel zurecht: 75 Kilogramm wiegt das 90 Zentimeter hohe und 50 Zentimeter breite Buch. Für seine 312 Seiten mussten mehr als 150 Kälber gehäutet werden. Bis zum 6. Januar ist die gigantische Handschrift noch in seiner böhmischen Heimat, in Prag, in der Nationalbibliothek Klementinum, zu sehen. Anfang des 13. Jahrhunderts in einem Benediktinerkloster in Böhmen entstanden, rankt sich eine Legende um das wertvolle Buch, die ihm den Beinamen "Die Teufelsbibel" gab: Ein Mönch, so die Sage, soll lebendig eingemauert werden, da er gegen die strengen Ordensregeln verstoßen hat. In einer Nacht, wird er das Wissen der ganzen Welt aufschreiben, wenn man ihm die Strafe erließe, verspricht der Mönch in Todesangst. Doch nur mit Hilfe des Teufels, der im Gegenzug die Seele des Mönchs fordert, gelingt ihm die gigantische Aufgabe. Zum Dank porträtiert er seinen diabolischen Helfer: Heute noch für jeden sichtbar auf Seite 290 der sagenumwobenen Handschrift.