Helsinki - "Kinderpornographie"

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Kunstwerk konfisziert:Finnische Künstlerin der Kinderpornographie bezichtet

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So heißt das umstrittene Kunstwerk der finnischen Künstlerin Ulla Karttunen und ist wohl am besten mit "Jungfrauhurenkirche" zu übersetzen. Erst letzten Donnerstag, den 14. Februar, war die Ausstellung mit der Installation in der Gallerie Kluuvi in Helsinki eröffnet worden. Am Tag darauf bereits musste die Installation schon wieder die Gallerieräume verlassen. Ein Besucher bezichtete die Künstlerin der Kinderpornographie und legte sowohl bei der Polizei wie auch bei dem Stadtkunstmuseum, dem die Gallerie angeschlossen ist, Beschwerde ein. Laut Karttunen thematisiere und kritisiere die Arbeit jedoch Kinderpornographie.

"Nach genauerer Untersuchung, beschloss ich eine Voruntersuchung in dieser Angelegenheit zu veranlassen", sagte der Einsatzleiter Sampo Suomala gegenüber der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat". Und auch der Direktor des Stadtmuseums Janne Gallen-Kallela-Sirén räumte ein, dass "die Bilder mit dem finnischen Gesetz in Konflikt kommen könnten". Die Installation "Jungfrauhurenkirche" wurde auf der Gesetzesgrundlage 17, §19 des finnischen Strafgesetzbuches konfisziert. Der Besitz illegalen Bildmaterial in Zusammenhang mit unmoralischen Darstellungen Minderjähriger kann in Finnland mit Bußgeld oder einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden.

Die Künstlerin zeigte sich überrascht über die Reaktion der Polizei: "Ich verstehe nicht, warum nichts gegen Kinderpornographie getan wird, sondern nur gegen Kunst, die Kinderpornographie kritisiert", sagt Karttunen gegenüber der finnischen Zeitung YLE und betonte, dass die Begleittexte ausdrücklich darauf hinwiesen, dass das Kunstwerk eine Kritik an Kinderpornographie und an der Erotisierung von Kindern sei.

Die Polizei hatte dem Museum nicht einmal erlaubt, das Kunstwerk vor der Beschlagnahmung abzufotografieren. "Wir haben nichts mehr von dem Kunstwerk. Die Polizei hat alles Material mitgenommen", sagt die Chefkuratorin Erja Pusa gegenüber art. Die Polizei selbst hat die Installation vor der Konfiszierung fotografiert, um vorzubeugen, dass das Museum durch das Abfotografieren in den Besitz illegalen Bildmaterials gerät und sich somit strafbar macht.