Kunst der Mao-Ära - New York / China

Nicht mit China

Mit einem plötzlichen Kurswechsel zog die chinesische Regierung rund 100 Arbeiten zurück, die ursprünglich der Asia Society in New York für die Ausstellung "Art and China’s Revolution" ausgeliehen werden sollten. Weil sie das Image Chinas in der Welt befleckt?

Die (künstlerische) Ästhetik der Mao-Zeit: "Art and China´s Revolution" sei die erste Ausstellung, so Direktorin Melissa Chiu, die sich dem dunklen Kapitel der chinesischen Geschichte widmet.

Neben Fotos und historischen Dokumenten werden großformatige Ölbilder und Zeichnungen gezeigt, von denen manche als Vorlagen für Propaganda-Plakate dienten, die millionenfach nachgedruckt wurden. Sowie frühe Arbeiten von Chinas zeitgenössischen Stars wie Xu Bing oder Zhang Hongtu und Werke von Künstlern, die sich gegen den von der Partei durchgesetzten Stil auflehnten. Die Arbeiten von mehr als 50 Künstlern stammen aus den 50er Jahren und aus der Zeit der Kulturrevolution zwischen 1966 und 1976. "Auch wenn dies eine Periode ist, die die meisten lieber vergessen würden, wurde in ihr eine visuelle Kultur hervorgebracht, die weiterhin die zeitgenössische Kunst Chinas durchdringt", sagt Co-Kurator Zheng Shengtian, der in den 60er Jahren mit regime-kritischen Künstlern in China im Gefängnis saß.

Ursprünglich hatte das Kulturministerium zugestimmt, Arbeiten nach New York reisen zu lassen. Doch als die Olympischen Spiele näher rückten, nahm es die Zusage zurück. Eine Ausstellung wie diese passt scheinbar nicht in das Bild, mit dem sich das neue China der Welt präsentieren will. "Obwohl keine offizielle Erklärung abgegeben wurde, ist die Sensibilität der Geschichte der inoffizielle Grund", vermutet Chiu. Das Museum entschied sich dennoch dafür, die Ausstellung, an der fünf Jahre gearbeitet wurde, mit Leihgaben von privaten Sammlern und Künstlern durchzuführen – und sendete damit eine deutliche Botschaft nach China.

"Art and China´s Revolution"

Termin: bis 11. Januar 2009, Asia Society, New York
http://www.asiasociety.org/pressroom/08_chinarev.html