Caravaggisten - Städelmuseum

Bilder aus dem Labor der Künste

Das Städelmuseum in Frankfurt zeigt vom 1. April bis zum 26. Juli holländische Helldunkelmalerei aus dem 17. Jahrhundert unter dem Titel "Caravaggio in Holland. Musik und Genre bei Caravaggio und den Utrechter Caravaggisten".

Der junge Mann singt mit Inbrunst. Die Töne, die aus seinem halb geöffneten Mund perlen, unterstreicht er durch Gesten mit der rechten Hand. Helles Licht strahlt seine rechte Körperhälfte an, während die linke dunkel schattiert ist. Dirck van Baburen (um 1595 bis 1624) malte das Bild 1622.

Ende 2007 erwarb das Frankfurter Städel-Museum die Arbeit aus einer Privatsammlung. Baburen war einer jener holländischen Künstler, die zur Vervollkommung ihrer ma-lerischen Qualitäten nach Rom gingen und dort in den Bannkreis des Malers Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571 bis 1610) gerieten. Dessen oft drastisch-realistische Malweise hatte den Manierismus abgelöst, sei­ne Spezialität waren partiell schlaglichtartig erhellte Szenerien, die so genannte Helldunkelmalerei. Neben Baburen nahmen auch die Holländer Gerard van Hont­horst (1592 bis 1656) und Hendrick Terbrugghen (1588 bis 1629) begierig die neuen Ideen des Römers auf.

"Utrecht", so schreibt der amerikani­sche Kunsthistoriker Wayne Franits, "wurde unter der Ägide seiner drei führenden Maler Baburen, Honthorst und Terbrugghen in den frühen 1620er Jahren zu einer Art künstlerischem 'Labor'." Das Werk die­ser auch als "Caravaggisten" bezeichneten Maler ist jetzt im Städel-Museum in einer opulenten Ausstellung zu sehen, die sich mit rund 40 Arbeiten weitgehend auf eines der schönsten Genres dieser Malerei konzentriert, die Musik. So wird die "Rückkehr des verlorenen Sohnes" bei Ba­buren mit Lautenspiel und Geigenklang gefeiert, von Honthorst stammt ein "fröhlicher Geiger" und von Terbrugghen eine "Junge Frau, eine Laute stimmend". Schließ­lich ist auch der große Anreger Caravaggio mit seinem pausbäckigen "Lau­tenspieler" sowie einer "Dornenkrönung" vertreten.

"Caravaggio in Holland"

Termin: 1. April bis 26. Juli. Katalog: Hirmer Verlag, 39,90 Euro
http://www.staedelmuseum.de