August Macke - Stade

Gegen die Hierarchien in der Kunst

Das Kunsthaus Stade zeigt eine Ausstellung des Expressionisten August Macke, die in zweierlei Hinsicht besonders ist: Die Werke stammen ausschließlich aus Familienbesitz, außerdem wird Macke als Entwerfer vorgestellt.

Der deutsche Expressionist August Macke, der 1914 mit nur 27 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel, ist in zahlreichen Sammlungen großer Museen präsent – vom Museum of Modern Art in New York bis zum Louvre in Paris. Auch sind ihm schon unzählige Ausstellungen gewidmet worden. Was das Kunsthaus Stade jetzt aber zeigt, ist etwas ganz Besonderes: Dank der Unterstützung von Macke-Enkeln kann das kleine Institut, zwischen Hamburg und Cuxhaven gelegen, Bilder des Künstlers zeigen, die ausschließlich aus Familienbesitz stammen und folgerichtig zum großen Teil noch nie öffentlich gezeigt worden sind.

"August Macke – ganz privat" heißt die Schau mit 140 Exponaten, dazu Fotografien aus seinem Leben. Kuratorin Ina-Ewers-Schultz aus Köln versteht sie als "eine Reise durch das Leben August Mackes". Dabei kommt vor allem zum Ausdruck, dass die Familie und die Freunde eine zentrale Bedeutung für seine Kunst hatten.

Die Ausstellung stellt aber nicht nur den Maler in den Mittelpunkt, sondern beleuchtet auch noch einen zweiten, weitaus weniger bekannten Aspekt in seinem Werk: Macke war leidenschaftlicher Kunsthandwerker. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern der Gruppe "Der Blaue Reiter", etwa Franz Marc und Wassily Kandinsky, war er bestrebt, die Grenzen der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Ewers-Schultz: "Alte Hierarchien zwischen Kunst und Kunstgewerbe wurden von ihm grundsätzlich infrage gestellt."

Bereits 1905 hatte er aus Unzufriedenheit mit althergebrachten Motiven und Formen Stickmuster entworfen, die seine Freundin Elisabeth Gerhardt und deren Mutter und Großmutter dann in Stickereien umsetzten. In der Stader Ausstellung zeugen von seiner Tätigkeit als Entwerfer Keramikentwürfe, Schalen, Vasen, Geschirr, Möbel und Textilien.

"August Macke – ganz privat"

Termin: 6. September bis 20. Dezember. Katalog: Wienand Verlag, 29,80 Euro
http://www.kunsthaus-stade.de/