Bjarne Melgaard - Oslo

Sex, Drogen und Ernsthaftigkeit

Deftig geht es derzeit im Osloer Astrup Fearnley Museum zu, denn "Bjarne malt mit seinem Penis", behauptet Gunnar Kvaran, Museumsdirektor und einer der drei Kuratoren der Ausstellung.

Bjarne Melgaard hat mit Jonathan Meese das männliche Geschlechtsorgan als Obsession gemein. Doch die Bilder des Norwegers wirken – anders als die Meeses – selten humorvoll, vielmehr kommt das Faszinosum der Sexualität mit blutigem Ernst herüber, eine gewisse Besessenheit ist zu spüren.

"Wenn Melgaards Werk an eine Philosophie denken lässt, dann ist es die von Nietzsche", so Museumsdirektor Kvaran. Über 100 seit den neunziger Jahren gefertigte Arbeiten des Künstlers, der 1967 im australischen Sydney geboren wurde, aber in Norwegen aufwuchs, werden ausgestellt, darunter Installationen ebenso wie Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder. Das Oberthema Sexualität verbindet die Werke. "Ob Bjarne Melgaard sich mit Gewalt, Drogen oder Black Metal auseinandersetzt, stets ist es eine Konfrontation mit dem Sexuellen", so Kvaran.

Melgaar, ist homosexuell und thematisiert das ebenso gerne, wie seine Drogen- und Körperkultvergangenheit. Während seine früheren Werke oft nicht nur gemalte Penisse, sondern auch Spritzen und fiese Sprüche zeigten, ist er künstlerisch nun etwas subtiler, zumindest auf den ersten Blick. Melgaard wird in Oslo auch mehrere Meter hohe Leinwände zeigen, auf die er Motive gemalt hat, die auf aber nur auf den ersten Blick harmloer wirken: beispielsweise einen kurzhaarigen Jungen in blauem Muskelshirt. Brisanz erhält das Werk erst durch ein paar Wörter am Rand der Leinwand: "Made in the USA" steht da. Es ist eine vielfach vergrößerte Kopie des gleichnamigen Magazins der "North American Man/Boy Love Association" (NAMBLA), einer Organisation, die sich für die Legalisierung der Pädaophilie einsetzt. Als Melgaard die Bilder in seinem New Yorker Studio produzierte, löste das einen Aufschrei aus. Als wären es nicht zwei verschiedene Dinge, Objekte der Pädophilie künstlerisch abzubilden und Pädophilie zu verherrlichen.

"Jealous"

Termin: bis 25. April 2010, Astrup Fearnly Museum für Moderne Kunst, Oslo
http://afmuseet.no/?exhibition_id=128&language=en