Afghanistan – Gerettete Schätze - Bundeskunsthalle Bonn

Schätze hinter sieben Schlössern

Erstmals in Deutschland präsentiert die Bundeskunsthalle Bonn den legendären Nationalschatz Afghanistans, der die Jahre des Bürgerkriegs und der Zerstörung überdauerte.

Nur wenige Tage benötigten die radikal-islamistischen Taliban im März 2001, um die Symbole einer verhassten Religion, die riesigen Buddhastatuen im afghanischen Bamian, zu sprengen. Als die über 1500 Jahre alten Steinstatuen zerbarsten, bangte die Welt um das gesamte afghanische ­Kulturgut.

Wahrscheinlich zu recht, wäre da nicht ein ebenso mutiger wie beherzter Museumsdirektor gewesen. Omar Khan Massoudi, Chef des Nationalmuseums in Kabul, hatte schon während der sowjetischen Besatzungszeit die kostbarsten der bis zu 4000 Jahre alten Schätze aus seinem Institut in Sicherheit gebracht – in einen Raum im Tresor der Zentralbank von ­Kabul.

Was dort – nach alter Tradition von sieben Schlössern gesichert – 15 Jahre lang im Verborgenen geruht hat, ist in­zwischen im Pariser Musée Guimet restauriert – worden und jetzt in ­einer Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Und das sind Kunstschätze allererster Güte – spektakuläre Objekte aus Gold, Silber und Elfenbein, die von der hohen ­Zivi­lisation des Königreiches Baktrien – zeugen. Das lag an einer der wichtigsten ­­­­­west-öst­lichen Handelsrouten, der berühmten ­Seidenstraße, und verband deshalb kulturelle Elemente aus beiden Welten sowie persische und indische Einflüsse mit­einander.

"Afghanistan. Gerettete Schätze. Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul"

Termin: bis 3. Oktober, Bundeskunsthalle Bonn. Der Katalog erscheint im Verlag De Nieuwe Kerk und kostet im Museum 15 Euro, im Buchhandel 32 Euro
http://www.bundeskunsthalle.de/