Impressionist Gardens - National Gallery of Scotland

Im Rausch der Teiche und Rosen

Kunstliebhaber kommen in der großen Schau zur Entwicklung impressionistischer Gärten in der National Gallery of Scotland in Edinburgh ebenso auf ihre Kosten wie Gartenenthusiasten.

"Als Renoir durch die Tür trat, war er sofort von dem Garten verzaubert", erinnert sich Georges Rivière an das neue Atelier, das sein Freund in Montmartre anzumieten gedachte. 14 Jahre später, im Jahr 1890, schlug der Schriftsteller Octave Mirbeau seinem Freund Claude Monet ein Treffen mit dem Maler Gustave Caillebotte vor, "um über das Gärtnern zu sprechen".

Pierre Bonnard und Edouard Vuillard wiederum waren "entzückt", als sie im Sommer 1913 Max Liebermanns Gartenparadies am Berliner Wannsee besuchten. Und Monet selbst schließlich hielt seinen heute berühmten Garten bei Giverny für größere Kunst als seine Leinwände und nannte ihn "das schönste Kunstwerk".

Die von der schottischen National Gallery mit dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid organisierte Ausstellung zum Garten im Impressionismus nahm Monet 1909 ge­wissermaßen voraus, als er in Paris 48 seiner Darstellungen der Seerosen auf seinem Teich in Giverny vorstellte. In Edinburgh bewegt sich die Schau mit etwa 90 Werken baumbestandene Pfade entlang, durch efeuberanktes Unterholz, über großzügige Rasenflächen und in versteckte Ecken von Küchengärten. Von Vorläufern wie Eugène Delacroix und Camille Corot ausgehend wird die Entwicklung des impressionistischen Gartens nachgezeichnet.

Nicht nur Franzosen wie Camille Pissarro und Berthe Morisot sind dabei mit bedeutenden Arbeiten vertre­ten, sondern auch Amerikaner wie John Sin­ger Sargent und Deutsche wie Max Lie­ber­mann, dessen "Enkelin des Künstlers mit ihrer Gouvernante im Wann­seegarten" (1923) gezeigt wird. Den aristokratischen Park machten sich die Impressionisten dabei ebenso zu eigen wie den Vorstadtgarten – war es ihnen doch daran gelegen, das "moderne Leben" darzustellen.

"Impressionist Gardens"

Termin: 31. Juli bis 17. Oktober, zweite Station: Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, 16. November bis 14. Februar 2011, Der Katalog erscheint bei Thames & Hudson und kostet 14,95 Pfund
http://www.nationalgalleries.org/